Die Schwierigkeiten beim Bauen zu DDR-Zeiten, aber auch die Veränderungen im Benneckensteiner Ortsbild seit den 60-er Jahren dokumentiert der Heimatverein in einer neuen Ausstellung. Ihr Titel: "Suche Wandfliesen - biete Zement!"

Benneckenstein (jko/bfa) l Lange Zeit hat der Kultur- und Heimatverein Benneckenstein eine größere Sonderausstellung, so wie sie in vergangenen Jahren üblich war, vermissen lassen. Jetzt ist es aber soweit: Bilder und Dokumente zum Baugeschehen von 1960 bis in die 1980er Jahre in Benneckenstein werden in der 20 Jahre bestehenden Heimatstube im Haus des Gastes gezeigt. Ihr Titel heißt "Suche Wandfliesen - biete Zement!", und er spielt an auf die unumgänglichen Tauschgeschäfte und "Beziehungen", ohne die Bauwillige in der DDR-Zeit keinen Stein auf den anderen setzen konnten. Auf zehn Schautafeln werden zudem beinahe schon vergessene Fakten und Veränderungen im Ortsbild dokumentiert.

Im Trend der 1960er Jahre lag zum Beispiel das Verkleiden von Fachwerkfassaden mit Zement-Rauputz und der Einbau von modernen Fenstern. Später wurde mit der Kanalisierung Benneckensteins der Einbau von Badezimmer und Innen-WC möglich.

Die Behörden förderten in jener Zeit der Wohnungsknappheit Privatinitiativen "zur Werterhaltung und Wohnraumschaffung", wie es damals hieß. Eigenleistungen beim Bau wurden, in Zahlenreihen ausgedrückt, gern als gesamtgesellschaftlicher Erfolg präsentiert, wie die Schau aufzeigt. Trotzdem wurde ein größerer Hausbau damals, so berichteten Besucher kopfnickend, sehr schnell zu einem schier endlosen Abenteuer.

Gleichwohl veränderte sich Benneckensteins Ortsbild in jenen rund 50 Jahren immens. Darüber staunten so manche der ersten Besucher. Geöffnet ist die Ausstellung im Haus des Gastes täglich bis Sonnabend vor Ostern, 19. April, von 10 bis 13 und 14 bis 16 Uhr.