Dachdecker reparieren gerade die Albrechtshaus-Kirche, denn Randalierer haben das schöne Haus zum wiederholten Male heimgesucht. Als Ziel für den Osterspaziergang taugt es auch nicht.

Stiege l "Das geht fast jede Woche so", schimpft Wolfgang Teucher. Der Hausmeister für das Albrechtshaus-Gelände muss gerade die Schranke an der Einfahrt zum Gelände der ehemaligen Lungenheilstätte reparieren. Der Schlagbaum ist aufgebrochen worden. Zum wiederholten Male. Gerade hatten auch Diebe etliche Dachziegel aus dem Kirchendach gerissen, um an alte Bleiverkleidungen zu kommen.

Die Fenster sind eh schon seit langem verbarrikadiert, weil Diebe sie mit einer Kettensäge malträtierten. Das 1905 geweihte und noch bis Anfang der 2000er Jahre genutzte Gotteshaus im seltenen Stil einer nordischen Kirche soll aber nicht preisgegeben werden. Darum auch die Reparatur, für die Günter Stöber, Juniormeister Sascha Magnus und Seniormeister Helmut Hoppe sorgen.

Hoppe ist zugleich Bürgermeister von Stiege und fühlt sich als solcher mitverantwortlich für das in Privatbesitz befindliche Areal samt Kirche. Investitionspläne für die einst berühmte Klinik sind mehrfach gescheitert. Ein Großbrand im vorigen Jahr hat das Areal auch nicht attraktiver gemacht. "Ruinenmeister" wird der Hausmeister da schon mal genannt. Ein Grund aber, die Gebäude zu beschädigen und zu plündern, sei das nicht, sagt der Hausmeister und wünscht sich Polizeikontrollen auf dem abgelegenen Areal.

Die beste Lösung aber wäre laut Hoppe eine Umsetzung der Kirche direkt in den Ort, wie sie schon Altbürgermeister Rolf König vorschlug. Platz am Stieger Schloss wäre da, Befürworter gebe es viele, sagt Hoppe, allein das Geld fehle. Er suche nach Sponsoren, die ein gutes Werk tun und die seltene Kirche retten wollen, kündigt der Ortschef an. Mitten in Stiege wäre das schmucke Haus besser zu schützen und gut zu besuchen, auch zu Ostern. Das ist derzeit allein schon wegen des Schlagbaums gegen die Rowdys nicht möglich.

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