Trotz Renn-Absage strömten viele Besucher am Wochenende zu den Schlittenhunden an der Westernstadt. Sie machten das verregnete 10. Pullman City Quest wenigstens zu einem Fest der Begegnung für Mensch und Hund. Das nächste Rennen ist in Benneckenstein geplant.

Hasselfelde. Spiegelglatte Eisplacken ließen manchen schon beim Ausstieg aus dem Auto wegrutschen, nasser Schnee und Regen verstärkten die Wirkung des grauen Himmels. – Und doch kamen einige hundert Schlittenhunde, Musher und Zuschauer am Sonn-abend und auch gestern noch in und an die Westernstadt. Als ob sie die wetterbedingte Absage des eigentlich geplanten 10. Pullman City Quests nicht wahrhaben wollten. Sie wurden mit einem Alternativprogramm belohnt.

Es gab Schaustarts, Präsentationen von Hund und Mensch sowie viele Infos von Rennleiter Wolf-Dieter Polz. Die Westernstadt-Führung verzichtete auf Eintrittsgeld, was die Gäste gerne annahmen und zum Rundgang veranlasste. Auch Schauspieler Till Demtröder nutzte die Zeit, um anstelle des Rennens sein Wissen um die Schlittenhunde zu vervollkommnen.

"Alle zeigten Verständnis für die Absage bei diesem Wetter", sagte Polz, der immer wieder über Tierschutz, Zucht und Rennen informierte. Etliche Gäste nahmen das unabänderliche "Mistwetter" mit Humor. So wie Simone und Dirk Richter aus Bitterfeld. Sie ließen "den kleinsten Schlittenhund der Welt" von der Leine. Ihr Yorkshire Terrier "Jessie" pfiff mit seinem Puppenschlitten nur so eine kurze Strecke entlang. ",Jessie‘ ist mit großen Malamuten-Schlittenhunden aufgewachsen", erläuterte Simone Richter. Das Bild vom Yorkshire Terrier als Schoßhündchen à la Rudolf Mooshammer sei falsch. "Es sind kleine, tapfere Hunde, da stehen sie den großen in nichts nach", so Simone Richter.

Vor der Stadt fanden einige Trainingsfahrten zeitweilig ebenfalls das Interesse vieler Besucher. "Wir wollten sowieso nur zuschauen", meinten Silvia und Peter Eckert aus Kreischa in Thüringen mit "Max", einem Samojeden-Schlittenhund. Sie trafen auf Steffen Pötzsch aus Dahme in Brandenburg, der mit Frau Jaqueline und Tochter Vanessa sowie den Samojeden "Caju" und "Micky" da war. Die Hunde beschnupperten sich, die Halter fachsimpelten.

"Diesmal blieb etwas mehr Zeit für Gespräche ohne den Rennstress", resümierte Polz gestern das Nicht-Rennen. So werde der Ausfall ein bisschen erträglicher, auch wenn die sportlichen Erwartungen leider gar nicht und die Besucherfreude nur zum Teil erfüllt wurden. Polz dankt allen für das Verständnis und die Unterstützung aus der Westernstadt bei der Betreuung der etwa 50 Schlittenhundeteams, die diesmal ohne Rennerfahrung nach Hause fahren mussten. Neuer Anlauf ist in 13 Tagen in Benn-eckenstein. Wolf-Dieter-Polz: "Wir brauchen 20 bis 25 Zentimeter Schnee!" Übrigens

 

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