Vier Romane hat Katja Bleeker in den letzten 14 Monaten veröffentlicht. Die 30-jährige Wernigeröderin möchte als Autorin Fuß fassen. In ihrem neuen Buch "Ichplosion" widmet sie sich den Themen Körperkult und Selbstwahrnehmung.

Wernigerode l Einen Computer und ein bisschen Zeit - mehr braucht Katja Bleeker nicht. "Ich schreibe, seit ich schreiben kann", sagt die Wernige-röder Schriftstellerin. Zuerst Kurzgeschichten, später Horrorstorys und Science Fiction. Für sie sei es faszinierend, in andere Welten einzutauchen. Auf diese Reisen möchte sie ihre Leser mitnehmen. "Auf Genres lege ich mich dabei ungern fest. Ich versuche zu überraschen. Und Happy Ends interessieren mich nicht." Diese seien vorhersehbar. "Ich will erreichen, dass die Leser das Buch nicht einfach zur Seite legen. Sie sollen über die Geschichte nachdenken."

Inzwischen hat die 30-Jährige vier Romane veröffentlich - vier Romane innerhalb von 14 Monaten. Das aktuelle Buch heißt "Ichplosion". Ihre Hauptfigur leidet unter einer Selbstwahrnehmungsstörung. Die füllige Johanna sieht sich im Spiegel immer noch als die schlanke Frau, die sie einmal war. Dann verliebt sie sich auch noch in ihren Chef, was zu allerlei Missverständnissen und Verwicklungen führt. "Ein frecher Roman, locker und witzig geschrieben", sagt Katja Bleeker selbst. Die Thematik sei aber durchaus ernst. Inspiriert habe sie ein Video im Internet. "Es zeigte eine dürre Frau, die sich als viel zu dick empfand. Das fand ich schockierend. Was viele nicht wissen, dieses Phänomen existiert auch anders herum. Und darüber wollte ich eine Geschichte verfassen."

In einem knappen Monat hat sie den 229-seitigen Roman heruntergeschrieben. "Ich konstruiere vorab keine Handlungsabläufe, keine Charaktere. Ich schreibe einfach drauf los und beeile mich, damit ich meine Ideen nicht verliere." Unterstützung für ihren jüngsten Roman fand sie im Internet. "Ich habe mich an einem Online-Wettbewerb beteiligt." Das Ziel beim "National Novel Writing Contest" sei es, 50 000 Worte in 30 Tagen zu schreiben. "Am 26. Tag hatte ich mein Ziel erreicht." Mit dem Wettbewerb habe sie sich einer riesigen Gemeinde angeschlossen - immerhin 300 000 Teilnehmer weltweit. "Das war sehr hilfreich für meine Motivation und Disziplin."

Natürlich sei ihr Roman danach noch lange nicht druckfertig gewesen. "Ich habe die Geschichte dreimal überarbeitet und Bekannte Korrektur lesen lassen", sagt Katja Bleeker. Veröffentlicht habe sie ihr Buch, wie auch seine Vorgänger, als Selbstverleger - also ohne einen Verlag im Rücken. "Ich mache alles selbst, die Umschlagseite, die Gestaltung. Ich bestimme sogar den Preis." Als unbekannter Autor sei es schwierig, bei einem Verlag Fuß zu fassen. "Ich habe es oft versucht, bisher ohne Erfolg. Deshalb habe ich es auf eigene Faust probiert." Es gebe genügend Selbstverleger, die es geschafft haben, vom Schreiben leben zu können. "Das ist auch mein Ziel. Und vielleicht kommt ja irgendwann ein Verlag auf mich zu."

An Ideen mangelt es der 30-Jährigen momentan nicht. "Von meinem ersten Roman `Zeitenflüchtling` wird es einen zweiten und einen dritten Teil geben", kündigt sie an. "Außerdem arbeite ich gerade an einer Fantasy-Geschichte. Damit wollte ich einmal etwas anderes versuchen."