Rübeland l Die Vorbereitungen zur Verkehrsberuhigung für Tunnel und Großparkplatz an der Rappbodetalsperre seien gestartet, aber nicht so einfach.

Darüber informierte Stefan Hörold, Fachbereichsleiter für Straßenbetrieb und Verkehr beim Landesbetrieb Bau in Halberstadt. Es gebe hierzulande keine Erfahrungen mit solchen Hindernisstreifen, deshalb sei alles genau zu prüfen.

"Wir wollen keine weitere Aktion erfolglos enden lassen", sagte Hörold und umriss das Problem aus seiner Sicht: Während es bei den meisten solcher Vorrichtungen darum gehe, Menschen vor Gefahren zu bewahren, gehe es hier an der Rappbodetalsperre um eine Aktion gegen Motorradfahrer, die sich bewusst in Gefahr bringen, um den Sound ihrer Maschinen auszureizen. "Ein Schnellschuss würde da nichts bringen", so Hörold. Deshalb arbeite die Landesbehörde Bau mit der Straßenverkehrsbehörde, mit der Polizei und dem Bundesamt für Straßenwesen an einer Lösung. Ende Juli soll ein Entwurf fertig sein, Ende des Jahres sollen Rüttelstreifen die Piste entschärfen.

Seit 2007 schon wird immer wieder versucht, den illegalen Schau- und Rennfahrten von Motorradfahrern, den "Bikerspielen" mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, sporadischen Kontrollen oder Aufklärungsarbeit unter dem Motto "Sicher durch den Harz" zu begegnen. Ohne Erfolg. Auch eine Straßensperre für Motorräder war im Gespräch, wurde aber im Interesse des Tourismus verworfen. Ebenso der Bau einer Leitplanke im Tunnel, weil die den Fußweg einengen würde und gegen Lärm sinnlos wäre.

Das alles brachte im Mai eine Anfrage im Landtag von Dietmar Weihrich (Bündnis 90/Die Grünen) zutage. Auch die Stadt Oberharz verwies mehrfach auf die Probleme an der Rappbodetalsperre. Laut Verkehrsministerium gab es dort durch Vorfahrtsfehler und/oder unangepasste Geschwindigkeit seit 2005 sieben Schwerverletzte und einen Toten. Dazu kommt inzwischen ein schwerverletzter Motorradfahrer von Pfingstsonntag.