Der Harz hat eine neue Bienenkönigin auf zwei Beinen. Sie ist 17 Jahre jung und kommt aus Zorge. Als sie ihre Krone in Hasselfelde feierlich bekommen soll, ist kaum Volk da.

Hasselfelde l Gähnende Leere statt Gewimmel hat es am Sonnabendabend im Schützenhaus gegeben, als der erste der zwei "Bienentage" begann.

Dabei hatte sich Organisator und Honigexperte Dr. Werner Greiner, Nordhausen, viel Mühe gegeben und über 30 Sorten Honig von seinen Imkerfreunden in Italien, Österreich, Slowenien, Frankreich und anderswo zum Verkosten herbeigeschafft. Die Folkloristen der "Harzromantiker" mit Jodlermeisterin Marina Hein aus Ildehausen sangen Harzlieder - doch nur etwa 25 Besucher applaudierten. Der Grund: Es war die Zeit unmittelbar vor dem Fußballspiel Deutschland-Ghana. Ein böser Zufall.

"Das konnte keiner ahnen", sagte Greiner etwas traurig, "als ich vor einem Jahr die Vorbereitungen begann." Er verstehe das, er wäre auch am Bildschirm, wenn der wichtige Krönungstermin nicht wäre. Die Zeremonie drohte schon auszufallen, dann aber stark verkürzt und vorgezogen, um allen das Fußballgucken zu ermöglichen. So erklang schon bald eine Trompete, wurde die neue Majestät hereingeführt und gekrönt.

Alina Kelka heißt damit die neue Harzer Bienenkönigin. Sie ist 17 Jahre jung, Abiturientin aus Zorge in Niedersachsen. Sie stamme aus einer alten Imkerfamilie, sagte Greiner bei der Krönung und hängte der jungen Frau die Schärpe um. Alina I. lächelte trotz des wenigen Beifalls ob der Ehre und präsentiert nun in Person die Imkerei im Harz.

Damit konnte sie dann doch gleich Sonntagvormittag beginnen. Denn zur Wanderung über den Bienenlehrpfad ab Hagenmühle waren um die 60 Leute gekommen. Mit der durch Greiner geführten Tour wurde ins neue Bienenjahr gestartet. Allerdings waren auch da, wie schon bei der Krönung, kaum Hasselfelder dabei, wie der Wanderfreundin Gudrun Hemmerling auffiel.

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