Eine Gruppe engagierter Hüttenröder will den Verfall der Kirchenruine stoppen und ihr wieder Leben einhauchen. Dazu haben sie einen Förderverein gegründet.

Hüttenrode l Kein Dach, keine Fenster, und vom maroden Mauerwerk hat bereits die Natur Besitz ergriffen: Hüttenrodes Kirchenschiff ist seit Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben. Um dieses historische Kleinod zu retten und zu einem Veranstaltungsort zu entwickeln, hat sich ein Förderverein gegründet. Die Gruppe engagierter Hüttenöder hat bereits feste Vorstellungen, wie das Kirchenschiff künftig genutzt werden könnte. Ein Wernigeröder Planungsbüro hat dazu erste Entwürfe angefertigt.

Demnach legen die Kirchenretter Wert darauf, die historische Bausubstanz zu erhalten, aber sie nicht zu sanieren. Vielmehr gehe es darum, die maroden Grundmauern mit einer Stahlkonstruktion abzustützen. Auf dieses Stahlgerüst könnte ein Glasdach aufgesetzt werden, welches das Mauerwerk vor eindringender Nässe schützt und eine ganzjährige Nutzung des Kirchenschiffs ermöglichen würde.

Die ersten Entwürfe sehen vor, an der Westseite einen Raum einzubauen. Dieser könnte als beheizbarer Versammlungs- und Gemeinderaum dienen und zwischen 30 und 40 Personen Platz bieten. Laut Planung wäre er knapp 50 Quadratmeter groß und verfügt über eine Küchenzeile, Toilette, Garderobe und ein Stuhllager. Denkbar ist, so die Planer, dass er in der kühlen Jahreszeit als Winterkirche genutzt wird. Im Sommer könnte der Raum mit seinen zum Kirchenschiff hin zu öffnenden Glaselementen als Bühne dienen.

Wie Andreas Flügel erläuterte, könnten die Arbeiten in drei Abschnitten erfolgen. Zunächst müsste die Stahlkonstruktion mit dem Glasdach errichtet werden, um das Kirchenschiff zu sichern. Danach müsste ein neuer Fußboden eingebaut werden. In einem zweiten Bauabschnitt sieht er den Einbau der sogenannten Vitrinen-Box - also des Veranstaltungsraums in das Kirchenschiff. In einem dritten Bauabschnitt schweben ihm und seinen Mitstreitern die Instandsetzung des Turms mit dem Setzen einer barocken Haube als i-Tüpfelchen vor.

Flügel ist auf der jüngsten Sitzung als Vereinsvorsitzender gewählt worden. Ihm zur Seite stehen Klaus-Dieter Binder und Dr. Stephan Pecher als Stellvertreter und Dominik Rosenberg als Schatzmeister. Für die Öffentlichkeitsarbeit zeichnet Detlef Pecher verantwortlich. Pfarrerin Dr. Antje Labahn ist von Amts wegen im Vorstand vertreten. "Wir wissen jetzt, wo wir hinwollen", sagen die Kirchenretter und suchen für ihre Ideen weitere Mitstreiter. Laut Andreas Flügel gibt es erste positive Signale, dass das Projekt als LEADER-Initiative - über ein Förderprogramm zur Entwicklung des ländlichen Raumes - umgesetzt werden könnte.

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