Wernigerode l "Ich war überwältigt von so einer hohen Würdigung. Wow, die Bundesrepublik ehrt mich! Das ist nicht zu fassen", sagt Huong Trute. Die 56-jährige Ingenieurpädagogin und Gastronomin gehört zu den sechs Frauen aus Sachsen-Anhalt, die in dieser Woche von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet worden.

"Es war eine sehr schöne Feier. Vor allem war es sehr emotional zu erfahren, wie vielseitig Frauen in unserem Sachsen-Anhalt sich in das Allgemeinwohl einbringen." Aufgeregt sei sie während der feierlichen Auszeichnung mit dem Verdienstkreuz am Bande nicht gewesen. "Nein, ich war nicht aufgeregt, weil der Ministerpräsident Dr. Haseloff die Feierstunde sehr persönlich gestaltet hat." Berührt habe sie die direkte Ansprache.

"Vietnam ist ein Land mit einer sehr alten Hochkultur, die es wert ist, kennengelernt zu werden. Natürlich liegt Ihnen die Kultur Ihres Heimatlandes sehr nahe und in dem Maße, wie Sie diese Kultur in Deutschland verbreiten, machen Sie sich auch dieses Land zur Heimat und sind fürwahr zu einer Vermittlerin zwischen den Kulturen geworden", sagte Haseloff.

Huong Trute ist vietnamesische Staatsbürgerin und widmet sich im Wernigeröder Interkulturellen Netzwerk der Integration von Migranten. Sie ist maßgeblich an der 2013 geschlossenen Städtepartnerschaft zwischen Wernigerode und Hoi An beteiligt.

"Das war einer der Höhepunkte meines Lebens", sagt Erika Spannhut. Die 82-Jährige wurde ebenfalls mit dem Bundesverdienstmedaille geehrt. "Die Würdigung bedeutet mir sehr viel, und es hat mich riesig gefreut, in meinem Alter noch so eine Ehrung zu erhalten." Bis zuletzt konnte Erika Spannhut nicht fassen, dass ihr die Ehrung zuteil wird. "Ich dachte, ich träume und wache jeden Augenblick auf", gesteht sie im Gespräch mit der Volksstimme.

Die Verdienstmedaille erhielt die ehemalige Kindergärtnerin für ihr jahrzehntelanges Engagement für die niederdeutsche Sprache, die sie auch jüngeren Generationen näherbringen möchte. Dafür arbeitet sie im Kreis der Mundartfreunde und in der Arbeitsgruppe niederdeutscher Mundart eng mit Schulen des Landes zusammen. "Ich darf Sie ermutigen, diese Sprache noch vielen Menschen weiterzugeben und vor allem in ihnen die Liebe zur Sprache zu erwecken", sagte der Ministerpräsident in seiner Gratulation.

Genau das tat Erika Spannhut: Ihre Dankesrede hielt sie auf Platt und in Reimform. Aufgeregt sei sie gewesen, vor so vielen Menschen zu sprechen. Aber es habe sich gelohnt. "Hinterher kamen viele zu mir und haben gesagt, wie toll sie es fanden, dass ich Platt gesprochen habe", berichtet die stolze Preisträgerin.

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