Timmenrode/Westerhausen l "Ich habe einen dringenden Termin." "Ich hab kein Verbotsschild gesehen." "Das ist doch hier die Umleitung." Die Ausreden der Autofahrer, die den asphaltierten Landwirtschaftsweg zwischen Timmenrode und Westerhausen als illegale Abkürzung nutzen, sind immer dieselben. Auch am Donnerstag registrierten Hans-Joachim Busse, Erster Kriminalhauptkommissar, und Polizeihauptkommissar Gerhard Schochard vom Revierkommissariat in Blankenburg binnen einer Stunde mehr als ein Dutzend Verstöße gegen das Durchfahrtsverbot auf dieser Straße.

"Teilweise herrscht hier ein Verkehr, wie auf der B6", weiß Busse. Der Grund: Die Bauarbeiten zwischen Westerhausen und Thale. Die Route über den gut ausgebauten Weg ist verlockend. Im Falle einer Verkehrskontrolle ist sie aber ein teures Vergnügen. 50Euro kostet allein das Bußgeld. Hinzu kommen 28Euro Verwaltungsgebühr.

Der Grund: Der Weg führt durch das Landschaftsschutzgebiet Helsunger Bruch. Es gilt als eines der letzten Rückzugsgebiete für Niederwild in der Gegend. Dort sind beispielsweise Fasane und Hasen noch in freier Wildbahn anzutreffen. Deshalb ist die Straße schon vor Jahren für den Durchgangsverkehr gesperrt worden. Mehrere Schilder mit einer großen Eule, aber auch die gängigen Verbotsschilder, die nur landwirtschaftlichen Verkehr zulassen, sind nicht zu übersehen.

Die Polizei kündigte derweil weitere Kontrollen auf dieser illegalen Umleitung an.