Wernigerode l Schierke hat eine neue und zugleich eine alte Ortsbürgermeisterin: Christiane Hopstock (CDU) ist in offener Wahl bei der ersten Sitzung des Gremiums im Schierker Rathaus in ihrem Amt bestätigt worden. Ihr Stellvertreter heißt erneut Marius Michael. Beides entschieden die sieben Ortschaftsräte - allesamt Mitglieder des Bündnisses Schierker Bürger - einmütig.

"Ich bedanke mich für euer Vertrauen", sagte Christiane Hopstock nach ihrer Wiederwahl. "Ich denke, dass für Schierke viele nicht leichte Aufgaben anstanden, aber die Vorschläge aus der Stadt hier bei uns ein immer Gehör fanden." Es sei nicht immer ganz einfach gewesen, die eine oder die andere Entscheidung habe schwer gewogen.

"Unserem neuen Mitglied gratuliere ich und ich freue mich, dass er so viele Stimmen bekommen hat", sagte die Hotelbetreiberin in Richtung von Daniel Schuck. Der 22-Jährige hatte nach Christiane Hopstock die meisten Stimmen bei der Wahl am 25. Mai erhalten.

Auch Wernigerodes Ordnungsdezernent Volker Friedrich, der die Sitzung leitete, freute sich über diese Verjüngung des Ortschaftsrates. "Auch im Stadtrat sitzt jetzt eine Reihe junger Leute. Das ist wichtig. Es soll und es muss die Jugend dazu kommen", sagte er.

Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht (CDU) würdigte die Tatsache, dass sich in einem 600-Einwohner-Dorf so viele engagierte Bürger zur Wahl aufgestellt hatten. "In anderen Orten wie beispielsweise in Silstedt haben wir nicht alle Plätze besetzen können", sagte er. "Man macht das hier für seine Kinder und Enkelkinder. Alle haben in dem Gelöbnis versprochen, für ihre Gemeinde einzutreten." Diese Gemeinde - sie ist nicht nur Schierke, sondern umfasst alle fünf Ortsteile und die Kernstadt, betonte Albrecht.

Christiane Hopstock verpflichtete während der Sitzung Michael Gebbert als Ältesten des Rates. Weitere Mitglieder im Ortschaftsrat sind Daniel Steinhoff, Lars Riemenschneider und Roland Jung.

Jung, zum zweiten Mal in das Gremium gewählt, bedauerte, dass der Rat relativ geringe Befugnisse habe. "Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, die Themen, die uns am Herzen liegen, mit mehr Elan in Wernigerode aufzugreifen", sagte er.

Es seien nicht die großen Vorhaben, sondern kleine Probleme, die im Ortschaftsrat angesprochen würden und die nicht verpuffen dürften, so Jung. Er wünsche sich konkrete Antworten der Verwaltung. Volker Friedrich reagierte auf die Kritik gelassen. "Vieles geht nicht - nicht, weil wir es nicht wollten, sondern weil es einfach rechtlich und finanziell nicht möglich ist", sagte er. Das Gesetz sehe beispielsweise gar keine Beschlussfähigkeit für die Ortschaftsräte vor.

Sie haben lediglich eine beratende Funktion. Allerdings, daran erinnerte Uwe-Friedrich Albrecht, habe der Stadtrat noch nie gegen den Wunsch eines Ortschaftsrats votiert. Schierke und Reddeber waren vor fünf Jahren nach Wernigerode eingemeindet worden.