Abbenrode (rar). Beinahe zwei Jahrzehnte, nämlich zwischen 1990 und 2008, hatte Altbürgermeister Fritz Köhler die Geschicke Abbenrodes geleitet und in entscheidender Zeit wichtige Weichenstellungen vollzogen. Diese wirken noch heute nach. Und das dürfte auch noch eine ganze Weile so bleiben, ist man sich in diesem Nordharzer Ortsteil sicher.

Kaum jemand hat mehr Spuren hinterlassen

Dementsprechend groß war die Schar der Gratulanten, als Fritz Köhler jetzt seinen 80. Geburtstag feierte. Zu den ersten gehörte sein Nachfolger, Ortsbürgermeister Wolfgang Mertins. Letzterer zählt zu jenen Weggefährten, die sehr wohl einschätzen können, wie kompliziert Köhlers Amtsübernahme unmittelbar nach der Wende gewesen sein muss. Das Arbeiten in neuen Verwaltungsstrukturen stellte auch für Köhler eine besonders große Herausforderung dar.

Über Nacht ging es plötzlich um den Anschluss Abbenrodes an die Erdgasversorgung. Köhlers frühzeitige Weichenstellungen führten dazu, dass der seinerzeit noch eigenständige Ort der Erste in Sachsen-Anhalt war, für den sich der Gashahn öffnete. Über Nacht war damit die Emissionsbelastung durch die Kohlefeuerung Geschichte.

Erste Gemeinde im Land mit Erdgasanschluss

Das Jubiläum Köhlers nahm an diesem Tag auch der Vorsitzende des Heimatvereins Andreas Weihe zum Anlass, an einen weiteren Meilenstein zu erinnern: "Der Mann hat sich gleich mehrere Denkmale gesetzt, ohne sich selbst auf den Sockel zu stellen. Dazu zählt vor allem der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses mit dem angeschlossenen Sportlerheim sowie dem Feuerwehrgerätehaus. " Dabei hatte der gelernte Schmied sogar selbst mit Hand angelegt. Er kaufte kurzerhand einen alten ADK–Kran zum Schrottpreis, um den Bau kostengünstig voranzutreiben. Köhler gilt nicht ohne Grund als außerordentlich unkonventionell und pragmatisch. Nur so ließ sich das "Großprojekt" erfolgreich umsetzen. Eine von ihm geführte "Rentnerbrigade", so Weihe wörtlich, ließ an dieser Stelle ein Kulturzentrum entstehen. Im Volksmund wird das Dorfgemeinschaftshaus auch "Köhlerhütte" genannt. Besonders dankbar sind dem 80-Jährigen die Vereine. Nicht ohne Grund hatte der Frauenchor zu seinem Geburtstag für ein Ständchen gesorgt.

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