Die Talsperre an der Hassel bekommt dieser Tage eine neue Krone. Damit geht die Ertüchtigung des kleinen Staudamms in die nächste Phase. Mit den Überschwemmungen der letzten Wochen haben diese und die anderen Talsperren nichts zu tun.

Hasselfelde l Stück um Stück nimmt die kleine Talsperre an der Hassel neue Gestalt an. Bauleute einer Spezialfirma haben die alte Krone abgetragen, bauen bereits am neuen künftigen Übergang für Fußgänger.

Bis zum Herbst erhält die sogenannte Vorsperre an der Hassel zwischen Trautenstein und Hasselfelde eine Verjüngungskur. Dabei wird das 55 Jahre alte Bauwerk teilweise erneuert. Vor allem an der "Mauerkante" hat der Zahn der Zeit genagt, sind gründliche Reparaturen nötig.

"Die Arbeiten liegen im Plan", informierte Joachim Schimrosczyk, Leiter für Betrieb und Überwachung beim Talsperrenbetrieb Sachsen-Anhalts, auf Nachfrage. Wie im letzten Jahr an der Rappbode-Vorsperre, so soll auch hier an der Hassel der Staudamm zum Winter hin freigegeben werden. Bis dahin müssen sich Wanderer, die die Hassel queren wollen, gedulden. Aber auch so gilt der Weg bis zur Sperre für Naturfreunde als sehr reizvoll und wird auch genutzt. Nicht wenige beneiden die Bauleute um diese wohl idyllischste Baustelle im Harz.

Hauptaufgabe des Staudamms als Teil des Rappbodetalsperrensystems ist die Verbesserung der Wasserqualität, indem Schwebstoffe zurückgehalten und das Wasser mit Sauerstoff angereichert wird.

Mit dem Hochwasser der letzten Zeit aber hätten weder die Hassel-Vorsperre noch die anderen Talsperren etwas zu tun, erläutert Schimrosczyk. Denn während des Starkeregens in Hasselfelde flossen in der Warmen und in der Kalten Bode nur je ein bis zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde in das Stausystem. Das sonst kleine Flüsschen Hassel aber wurde mit elf Kubikmetern Wasser je Sekunde zum reißenden Strom. "Normal sind in der Hassel 30 Liter, bei dem Gewitterguss waren es dann plötzlich 11 000 Liter je Sekunde", so der Wasserfachmann. Grund dafür können nur die ungewöhnlich starken Regenfälle gewesen sein, die dann auch zu den Überschwemmungen führten. Am Montag dieser Woche flossen trotz der Regenschauer am Wochenende relativ normale 160 Liter Wasser je Sekunde durch die Hassel. Die Talsperre und auch der Baubetrieb wurden vom Regen nicht beeinträchtigt.

Nichtsdestotrotz hält der Talsperrenbetrieb viel Stauraum für neue Regengüsse parat. Nur in den Stausee bei Mandelholz sei etwas mehr Wasser eingestaut worden, um Bauarbeiten an der Talsperre Königshütte/Trogfurter Brücke abzusichern. Ansonsten werde genügend Raum freigehalten, so Schimrosczyk. In der Rappbodetalsperre derzeit rund 30 Millionen Kubikmeter.

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