Im Wernigeröder Miniaturenpark können Besucher bekannte große Bauwerke im Kleinen bestaunen. Dabei hilft ihnen nun ein neuer Kunstführer. Die Nachfrage nach dem Band ist bereits groß.

Wernigerode l In wenigen Minuten von Goslar über Blankenburg und Quedlinburg nach Wernigerode - das geht nur im Miniaturenpark in Wernigerode. Damit die Gäste des "Kleinen Harzes" sich auf ihrer Reise nicht verirren und jederzeit wissen, in welcher Stadt und welcher Epoche sie sich gerade aufhalten, ist vor kurzem ein Kunstführer erschienen, der Rat bietet.

Auf 64 Seiten gibt der Band, den der Verlag Janos Stekovics herausgegeben hat, einen Überblick über die Bauwerke des "Kleinen Harzes". Bürgerparkchefin Marlies Ameling hat das neue Büchlein zusammen mit der Wernigeröder Kunsthistorikerin Katrin Dziekan entwickelt. "Viele Besucher haben immer wieder nachgefragt, ob es etwas gibt, das sie als Erinnerung mitnehmen und Familie und Freunden zeigen können", erklärt Marlies Ameling. Deshalb stand seit langem die Idee im Raum, eine Publikation zusammenzustellen. Gezögert hatte die Parkchefin allerdings, weil das Ensemble in den vergangenen Jahren immer wieder erweitert worden ist - ein Buch wäre dann schnell veraltet gewesen. "Doch in diesem Jahr haben wir die Modelle von Schloss Herzberg und vom Rathaus Quedlinburg eingeweiht. Dass diese dabei sind, war mir wichtig", sagt Marlies Ameling.

Die beiden nächsten und zugleich letzten Modelle - das Große Schloss in Blankenburg und der Rammelsberg - entstehen derzeit in der Oskar-Kämmer-Schule und in der Schauwerkstatt des Bürgerparks. "Doch bis sie fertig sind, werden noch drei bis vier Jahre vergehen", so Marlies Ameling.

Sie hat zu dem Kunstführer einen einführenden Text beigesteuert, in dem der Miniaturenpark und seine Entstehungsgeschichte vorgestellt werden. Aus ihrer Feder stammen auch die Begleittexte zu den Fotos, die Verlagschef Janos Stekovics selbst geschossen hat. "Ich habe selbst vier Jahre lang Modelle mitgebaut und möchte daher im Plauderton erklären, wie die Modelle entstanden sind", sagt Marlies Ameling. So erfährt der Leser etwa, dass die Miniaturversion des Zwingers zu Goslar mehr als 70 Kilogramm wiegt und dass die nachgebildeten Holzschindeln am Modell der Stabkirche in Hahnenklee nur vier Millimeter lang sind und 10000 dieser Teile verklebt werden mussten.

Das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Geschichte der mehr als 60 Originalbauten, die der Miniaturenpark auf rund 17 Hektar Fläche zeigt. "Wir wollen kulturhistorische Informationen vermitteln und unsere Besucher dazu anregen, sich die Originale anzusehen", so Marlies Ameling. Mit Katrin Dziekan, die als Kunsthistorikerin mit vielen Institutionen in der Region und im Land zusammenarbeitet, habe sich dafür eine kompetente Partnerin gefunden. Gemeinsam mit den Parkmitarbeitern habe Katrin Dziekan im Winter eine Führung durch den Miniaturenpark erarbeitet, die unter museumspädagogischen Gesichtspunkten gestaltet wurde.

Derweil wird der Kunstführer, der zum Preis von fünf Euro an der Kasse des Bürgerparks, aber auch im Buchhandel und in der Wernigeröder Tourist-Information erhältlich ist, zu einem kleinen Bestseller. "Die Nachfrage ist sehr gut", so Marlies Ameling.

Das liege vermutlich auch daran, dass die Herausgeber praktisch gedacht haben. "Das Buch sollte ein handliches Format haben, damit man es gut in der Tasche verstauen kann. Außerdem sollte der Preis nicht zu hoch sein", erklärt die Parkchefin. Eine farblich abgesetzte Leiste zeigt unten auf der Seite an, in welchem Ort sich die dargestellten Bauwerke befinden.

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