Das Naturbad Elbingerode wird künftig von einer Interessengruppe mit dem Sportverein betrieben und so durch ehrenamtliche Arbeit gerettet. Die Bibliothek Elbingerode mit ihren nahezu 2000 Stammlesern aber steht vor dem Aus.

Elbingerode. l Mit einer guten und einer schlechten Nachricht ist die teilweise kontroverse Debatte im Ortschaftsrat zu Ende gegangen.

"Wir können das Naturbad schultern", bekräftigten Friedrich Schulz und Klaus Kommerau vom Vorstand des Turn- und Sportvereins vor dem Rat. Der Sportverein will mit weiteren Badfreunden eine Interessengemeinschaft gründen, die das wegen seiner Architektur einst preisgekrönte Strandbad in Elbingerode per Vertrag von der Stadt betreibt. Vorbild sollen die Verträge über die bereits vereinsbetriebenen Bäder in Elend und Rübeland sein.

Schulz, Kommerau und ihre Mitstreiter haben bereits bei vielen Initiativen zur Sanierung des Naturbads angepackt und Sponsoren gewonnen. So wurde zum Beispiel dieses Jahr der Steg saniert. Die Übertragung des Bades, so hieß es weiter im Rat, wird nun dem Stadtrat zur Tagung am 30. September als Beschluss empfohlen. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte:

Elbingerodes Förderverein für die Stadtbibliothek kann den Betrieb der Bücherei nicht schultern. Das legten Antje Tünschel und Silvia Suchland vom Vorstand der Bibliotheksvereins vor dem Rat dar.

Die Elbingeröder Bibliothek ist vom Umfang und Angebot her die größte ihrer Art in der Stadt Oberharz. Sie habe 1904 eingetragene Leser und 21 208 Bücher sowie DVDs, wurde informiert. Rund 12 000 Ausleihen würden pro Jahr betreut. Dazu kämen über 60 Veranstaltungen wie Lesungen und Führungen für Kinder. "Das ist kein Saisonbetrieb, sondern ein Dauerbetrieb mit Öffnungszeiten, die abzusichern sind", so Tünschel und Suchland. Der Verein sei schon aktiv geworden, hieß es, konnte aber nur eine qualifizierte Person für die Entleihe gewinnen. Nötig wären sieben.

Die Ortschaftsratmitglieder waren beeindruckt von den Zahlen und zugleich sichtlich enttäuscht vom Nein des Vereins. Sie empfehlen dem Stadtrat Oberharz nun trotz des Neins vom Förderverein die Übergabe an einen Verein.

Damit ist bis zum Jahresende Zeit. Ob der Verein sein Nein noch einmal überdenkt oder sich gar ein anderer Verein für die Bibliothek findet, gilt als sehr fraglich. Eher komme die bereits angekündigte Schließung der Bibliothek Elbingerode, so hieß es weiter, nun zum Januar 2015 in Sicht.