Badeborn/Quedlinburg (dl) l Vor dem Amtsgericht Quedlinburg ist am Dienstag der Prozess gegen einen 79 Jahre alten Rentner ergebnislos vertagt worden. Der Mann aus dem Ballenstedter Ortsteil Badeborn muss sich wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten. Da der Senior der öffentlichen Verhandlung unentschuldigt fernblieb, vertagte Richterin Antje Schlüter das Verfahren auf Antrag der Staatsanwaltschaft. Zugleich legte die Strafrichterin fest, dass der Angeklagte bei der zweiten Verhandlung von der Polizei vorgeführt wird.

Die Staatsanwaltschaft wirft Horst B. vor, im August zwei junge Katzen, die sich offenbar auf sein Grundstück verirrt hatten, in einer Wassertonne ertränkt zu haben. Obwohl Kinder aus der Nachbarschaft B. ausdrücklich darauf hingewiesen haben sollen, dass die jungen Katzen zu ihnen gehören, soll B. die Tiere immer wieder unter Wasser gedrückt haben.

Der Fall hatte im August für Schlagzeilen gesorgt. Nicht nur wegen der Kaltblütigkeit, sondern auch wegen der Uneinsichtigkeit, die Horst B. wohl auch gegenüber Polizeibeamten gezeigt haben soll. Wegen der klaren Beweislage erhob die Staatsanwaltschaft gegen B. im beschleunigten Verfahren Anklage.

Warum Horst B. der Verhandlung unentschuldigt fernblieb, ist unklar. Nachbarn berichteten davon, dass B. ihnen gegenüber von seinem Gerichtstermin gesprochen habe. "Er hat das Haus auch heute früh schon verlassen, um nach Quedlinburg zu fahren", sagte ein Nachbar. Zuvor habe sich B. noch beschreiben lassen, wo sich in Quedlinburg das Amtsgericht befindet, hieß es. Warum der 79-jährige Angeklagte nicht im Justizgebäude erschien, bleibt unklar.