Schierke l D1-Kunden sind in Schierke nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten. Vor zwei Wochen hat die Harzer Volksstimme über den gestörten Handyempfang in dem Wernigeröder Ortsteil berichtet. "Teilweise ist der Empfang jetzt noch schlechter als vorher", sagt Ralf Kolligs. "Aktuell habe ich in meinem Büro keinen Empfang." Am Montag sei das Netz zudem für mehrere Stunden komplett außer Betrieb gewesen, so der Betreiber einer Ferienanlage. "Unsere Gäste beschweren sich zuhauf, weil sie nicht telefonieren können." Anfragen beim Netzbetreiber Telekom hätten nichts gebracht. "Aber die teuren Handygebühren müssen wir trotzdem weiter bezahlen", sagt Ralf Kolligs.

Grund für die Netzstörungen waren laut Telekom Arbeiten am Funkmast nahe des Schierker Bahnhofs. Die Rundstrahlantennen seien durch Sektorantennen mit LTE-Technik ausgetauscht worden. Durch den Umbau sei die Reichweite im Mobilfunk gemindert gewesen.

Wie Telekom-Sprecherin Lisa Machnig auf Nachfrage informiert, seien die Techniker nach der Berichterstattung der Volksstimme zweimal in Schierke gewesen, um den Empfang zu messen. "Die Ergebnisse liegen zur Auswertung vor. Unsere Techniker prüfen nun, welche Verbesserungen greifen könnten", so Lisa Machnig.

Für die Schierker, die seit August ihr Handy nicht nutzen können, ist das kein Trost. "Viele meckern und schimpfen", sagt Dorfbürgermeisterin Christiane Hopstock (CDU). Zudem sei der Ort derzeit voll mit Tagesgästen und Wanderern. "Passieren darf hier nichts. Nicht auszudenken, was wäre, wenn wir im Notfall die Bergwacht nicht erreichen können", so Christiane Hopstock. Es sei doch kein Zustand, dass das Funknetz über Wochen gestört sei. "Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert", so die Dorfchefin.