Der Kegelsport liegt in Blankenburg im Trend. Das hat einmal mehr der Aktionstag des Sportvereins Lok gezeigt, der gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk rund um die Vereinshalle "Alt Blankenburg" organisiert wurde und mehr als 150 Neugierige anlockte.

Blankenburg l Die Glocke schellt. "Oh, ein schöner Wurf", rufen ein Dutzend Schaulustige entzückt. Im Keglerheim des SV Lok Blankenburg in der Albert-Schneider-Straße beobachten sie gespannt ein Duell von Vater und Sohn auf der Zwei-Bahnen-Kegelanlage. Eine dicke Glasscheibe trennt sie von den Sportlern, damit diese ungestört die Kugeln über die Bohlen schieben können. Ralf Preußler am Kampfrichtertisch trägt eine Neun ins Protokoll ein. Nicht die einzige an diesem Tag.

Mehr als 70 Aktive, Kinder, Eltern und Großeltern, greifen zum Aktionstag der Blankenburger Lok-Kegler zu den Kugeln. Wollen sich in diesem uralten Sport beweisen oder ihn einfach nur ausprobieren. So wie der Sechsjährige Jannik Sammler. "Ich wollte einfach mal kegeln", erzählt er stolz, nachdem er unter fachkundiger Anleitung von Lothar Richter seine Würfe ins Ziel gebracht hat. Mit 93 Holz schafft er ein beachtliches Ergebnis. "Das möchte ich jetzt noch öfter machen", wünscht er sich.

Aber vielleicht wird er ja künftig auch die Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) verstärken oder sich den Schützen anschließen. Denn auch deren Angebote locken jung und alt. Die THW-Helfer haben ein hydraulisches Geschicklichkeitsspiel aufgebaut. Die Timmenröder Schützengesellschaft lädt zum Pusterohrschießen. Die Kegeldamen versorgen derweil liebevoll die Gäste mit Kaffee und Kuchen.

Mittendrin Klaus Lindner, Abteilungsleiter und zweiter Vorsitzender des Gesamtvereins. Er freut sich besonders über die positive Resonanz dieses inzwischen dritten gemeinsamen Aktionstages, der nicht nur viele aktive Kegler und noch mehr Schaulustige anlockt, sondern auch einige Überraschungsgäste. So steht plötzlich Kreissportbund-Präsident Henning Rühe an der Bahn. Und auch Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) schaut nicht nur vorbei, sondern greift ebenfalls zur Kugel. Den Pokal der Ehrengäste schnappt sich aber überraschend Lok-Präsident Sven Ungethüm vor THW-Vize und "Profikegler" Heiko Breithaupt.

Insgesamt zählen die Lok-Kegler mehr als 150 Gäste. Das dichte Gedränge in dem schmucken Vereinsheim mit seiner top-modernen Bahn macht nicht nur deutlich, dass das Kegeln in Blankenburg weiter voll im Trend liegt. "Wir stoßen langsam an unsere Grenzen", sagt Klaus Lindner. "Es besteht zwar ein sehr guter Zulauf an Kindern und Jugendlichen, aber leider reichen die zwei Bahnen nicht aus, um Training und Wettkampf auf hohem Niveau abzusichern." Eine bauliche Erweiterung ist schwierig. Ein Problem, das am Rande zwischen Bürgermeister, Vereinschef und dem KSB-Präsidenten diskutiert wird.

Die Abteilung Kegeln des SV Lok besteht bereits seit 62 Jahren und zählt aktuell 80 Mitglieder, davon stehen 16 Kinder und Jugendliche im Wettkampfbetrieb. 15 zumeist ältere Kegelsportler treffen sich in ihrer Freizeit zum Kegeln. Zwei Damen- und zwei Herrenteams sind aktiv: die Damen in der Verbandsliga Sachsen-Anhalt, die Herren etwas tiefer in der Landesliga. Die Jugendabteilung spielt in Stützpunkten ihre Meisterschaften auf Kreisebene aus und kann sich darüber hinaus für höhere Aufgaben qualifizieren.

Bester Beweis ist die Bronzemedaille von Lucy Lindner in der Jugend B mit der Harzauswahl bei den Deutschen Meisterschaften in Lüneburg. "Damit ist Lucy die erfolgreichste Sportlerin ihrer Abteilung in der Saison 2013/14", erzählt Klaus Lindner stolz und zählt weitere sportliche Erfolge auf: Drei Harzmeistertitel sicherten sich die Damen Olga Grundmann und Monika Albers sowie Lucy Lindner; Deutsche Eisenbahnmeister wurden Brigitte Schmidt, Brigitte Semmler, Olga Grundmann und Ingo Schmidt in Stendal. Justin Heinze und Lucy Lindner (Jugend B) sowie Laura Auerswald (Jugend A) wurden Landesmeister mit der Kreisauswahl. Und an den Deutschen Meisterschaften in Wolfsburg und Lüneburg nahmen allein Jugendliche der Blankenburger Kegel-Abteilung teil. Lindner: "Dabei erzielten sie überdurchschnittliche Ergebnisse."

 

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