Sigrid und Burkhard Laurich aus Derenburg verbindet nicht nur der Trauring, sondern auch eine Sammelleidenschaft. Sie haben ein ganzes Haus mit Alltagsgegenständen aus DDR-Zeiten ausgestattet. Ihre Sammlung zeigen sie gern allen Interessierten.

Derenburg l "Wir wollen die DDR nicht zurückhaben. Aber das war eben unser Leben", sagt Sigrid Laurich (62). Gemeinsam mit Ehemann Burkhard (60) hat sie über zwei Jahrzehnte alle möglichen Dinge zusammengetragen, die das Leben im Arbeiter- und Bauernstaat ausmachten. Den Grundstock ihrer Sammlung legte Burkhard Laurich mit seinen Amiga-Schallplatten. Später kamen massenweise Bücher zu den unterschiedlichsten Themen hinzu - zur Zeitgeschichte, zur Heimatgeschichte, zu Jubiläen und zur Musik. Hinzu gesellten sich Küchen- und Haushaltsgeräte, Geschirr, Möbel, Bilder und tausende weitere nützliche und weniger nützliche Dinge.

Mit den Jahren sammelte sich so viel an, dass die beiden sogar Lagerräume anmieten mussten, um alles unterzubringen. "Vieles ist einfach zu schade, um es wegzuwerfen. Womöglich wäre es dann für immer verloren", sagt Burkhard Laurich.

Vor drei Jahren stand schließlich das Fachwerkhaus in der Halberstädter Straße 14 in Derenburg zum Verkauf - und Laurichs griffen zu. Mit Hilfe der Baubecon GmbH sanierten sie das Gebäude. Seit knapp einem Jahr richten sie dort auf drei Etagen ihre DDR-Ausstellung ein. In fünf Zimmern, drei Fluren, Küche und Bad gibt es allerhand Nostalgisches und auch Kurioses zu entdecken. "Mein Herz hängt vor allem an den Spielsachen, mit denen schon meine Tochter gespielt hat", erklärt Sigrid Laurich, während ihr Gatte eines der Dutzenden von Radios anschaltet. "Sie sind alle funktionstüchtig", sagt er stolz.

Die positive Resonanz der ersten Besucher auf ihr privates Museum hat die beiden darin bestärkt, das Haus weiter zu öffnen - für die Derenburger, für Touristen und vor allem für Kinder. Für den pensionierten Polizeibeamten und die ehemalige Angestellte der Gerichtskasse bietet ihre Sammlung genug Stoff für thematische Ausstellungen, aber auch für Lesungen.

Am heutigen Sonnabend ist ihr DDR-Museum von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Gegen 11 Uhr gibt es ein kleines Programm - mit Musik vom Spielmannszug "Blau-Weiß" und einer Einsatzübung der Freiwilligen Feuerwehr. Danach ist die Ausstellung jeweils mittwochs von 16 bis 19 Uhr zu sehen sowie auf Anfrage unter Telefon (03 94 53) 6 34 28.

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