Der Sportverein Lok Blankenburg plant auf seiner Tennisanlage am Heidelberg den Bau eines modernen Sanitärtraktes. Voraussetzung ist die Übernahme des Areals von der Stadtverwaltung.

Blankenburg l Eine Dusche für Damen, eine für Herren sowie jeweils eine Frauen- und eine Männer-Toilette - nicht nur für die rund 140 Mitglieder der Tennisabteilung des SV Lok Blankenburg ein unhaltbarer Zustand. Auch für die sportlichen Kontrahenten, die aus allen Teilen des Landes zu den Punktspielen im Heidelberg anreisen, sind die sanitären Bedingungen auf der dortigen Tennisanlage alles andere als zeitgemäß. Die Tennisabteilung ist außerdem Leistungsstützpunkt des Tennisverbandes Sachsen-Anhalt und betreut dort rund 80 Kinder und Jugendliche.

"Die Sanitäreinrichtungen entsprechen einfach nicht mehr den heutigen Anforderungen", beklagt Vereinschef Sven Ungethüm. Zumal an den Spieltagen meist mehrere Mannschaften gleichzeitig aktiv sind und die Frequenz in Duschen und Toiletten dementsprechend hoch sei.

Ein moderner Anbau an das bestehende Gebäude soll dieses Problem lösen. Damit der Verein seine Pläne realisieren kann, müsse er aber Eigentümer sein, um das Grundstück bei Bedarf beleihen zu können, erläutert Sven Unge- thüm. Rund 100 000 Euro sollen immerhin investiert werden. Die Pläne liegen bereits vor. Nun ist auch in punkto Eigentumsübertragung Bewegung in die Sache gekommen. Denn obwohl der Verein die Anlage unterhält und sämtliche Betriebskosten trägt, ist sie nach wie vor im Eigentum der Blankenburger Stadtverwaltung.

Stadtratsmitglied Frank Schade (Union Blankenburg) ist in dieser Sache vorgeprescht und schlägt dem Stadtrat vor, die Tennisanlage dem Verein für einen Euro zu verkaufen und in den Vertrag eine Rückfallklausel zugunsten der Stadt aufzunehmen. Außerdem schlägt er eine Beleihungsvollmacht vor, damit der Verein bereits Fördergeld beantragen kann, auch wenn er noch nicht im Grundbuch steht.

Laut Bürgermeister Hanns-Michael Noll (CDU) sei dieser Beschlussvorschlag rein rechtlich so nicht umsetzbar. Nach Vorgesprächen mit der Kommunalaufsicht sei zunächst ein gefordertes Wertgutachten in Auftrag gegeben worden. Anhand der ermittelten Zahlen wolle die Stadtverwaltung zur Ratssitzung am 30. Oktober einen mit dem Verein abgestimmten Vorschlag zur Übertragung des Grundstücks unterbreiten. "Wir unterstützen das Vorhaben und wollen dem Verein mit einem vertretbaren Preis entgegenkommen", erklärt Noll. Doch egal wie der Stadtrat entscheidet: Am Ende sei dieses Verfahren mit der Kommunalaufsicht der Harzer Kreisverwaltung zu klären.

Hintergrund: Die Tennisanlage am Heidelberg war der Stadt von der Bahn 1990 für null D-Mark übertragen worden. Sämtliche Aufbauten wurden danach von den Mitgliedern des SV Lok errichtet.