Halberstadt/Schachdorf Ströbeck l Rostiges Trinkwasser gehört in Halberstadts Ortsteilen Schachdorf Ströbeck, Mahndorf und dem Dorf Danstedt bald der Vergangenheit an. Der Wasser- und Abwasserzweckverband Huy-Fallstein (WAZ) hat grünes Licht zum Bau einer neuen Trinkwasserleitung zwischen Halberstadt und dem Schachdorf Ströbeck gegeben, wie Verbandsgeschäftsführer Carl Haffke auf Volksstimme-Nachfrage bestätigt.

Zur Umsetzung des Großbauprojektes haben sich die Firmen Strabag und Stratie zusammengetan. Immerhin handelt es sich um ein Bauwerk von 6,3 Kilometer Länge und einem Auftragsvolumen von 1,23 Millionen Euro. Das Land Sachsen-Anhalt fördert das Vorhaben laut Landesverwaltungsamt mit 664 000 Euro. Mit der Verlegung der neuen Trinkwasserleitung ist bei Mahndorf begonnen worden. Die Trasse verläuft entlang eines Feldweges in Richtung Bundesstraße 81, die unterquert wird, und von dort aus Richtung ­Thekenberge, unterhalb des Goldbaches bis auf Höhe des ehemaligen ­Militärdepots. Dort werden die Rohre an die Fernwasserleitung angeschlossen, die kostbares Nass aus der Rapp­bodetalsperre nach Halberstadt bringt, informiert Carl Haffke.

"Über diese massive ­Beeinträchtigung beklagen sich die Bürger zurecht immer wieder."

WAZ-Geschäftsführer Carl Haffke

"Spätestens ab April 2015 soll die Leitung etwa 1700 Bewohner im Schachdorf Ströbeck, Mahndorf und Danstedt mit qualitätiv hochwertigen Trinkwasser versorgen", sagt der WAZ-Geschäftsführer. Damit wird im Verbandsgebiet die letzte Lücke zur Fernwasserversorgung geschlossen. Die Frage, ob sich der Verband die millionenschwere Investi­tion mit steigenden ­Trinkwassergebühren von den Kunden zurückholt, beantwortet Carl Haffke mit "nein". Der WAZ spart mit der Umstellung laut Haffke auf der anderen Seite künftig Geld für Elektroenergie und Wasser für das Spülen der alten Trinkwasserleitung ein.

Die Graugussleitung aus DDR-Zeiten bereitet den WAZ-Verantwortlichen seit vielen Jahren große Kopf­schmerzen. Sie versorgt Ströbeck, Mahndorf und Danstedt von Halberstadt aus mit einem Mix aus Tiefbrunnenwasser, das in den Klusbergen gefördert wird, und Fernwasser aus dem Harz. Das dadurch härtere Wasser greift die unbeschichtete Leitung an, die deshalb stark rostet", erklärt der WAZ-Geschäftsführer. ­Resultat: Aus den Wasserhähnen der Kunden sprudelt statt glasklarem Trinkwasser braune Brühe. "Über diese massive Beeinträchtigung beklagen sich die Bürger zurecht immer wieder", sagt Carl Haffke. Der WAZ lässt die Leitung im Drei-Monats-Rhythmus nachts mit hohem Druck spülen, kann damit das Problem allerdings nicht lösen. Außerdem werden bei jeder Spülung etwa 250 000 ­Liter Trinkwasser verbraucht.

Das Rostwasserproblem wollte der WAZ erst gemeinsam mit den Halberstadtwerken lösen, denen bis Veltensmühle die Versorgungsleitung gehört. Von dort gab es jedoch eine Absage. "Wir freuen uns daher über die Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt. Damit kann der Neubau ­verwirklicht werden", sagt Carl Haffke.

Das Bauvorhaben hat die Archäologen vom Landesamt für Denkmalpflege in Halle auf die Tagesordnung gerufen, die laut Landesgesetz das Recht haben, die Baustelle auf Siedlungs­spuren zu untersuchen. Natürlich auf Kosten des Bauherrn. In diesem Fall bezahlt der WAZ Huy-Fallstein die Rechnung. Carl Haffke rechnet mit Zusatzkosten in Höhe von bis zu 60 000 Euro.

Die Archäologen sind bereits fündig geworden. In der Nähe von Mahndorf sind sie auf Reste einer ehemaligen ­Feldwarthe gestoßen und in der Nähe einer Kompostieranlage mitten in der Feldflur auf sieben Gräber, informiert der WAZ-Geschäftsführer. Beide Funde stammen wahrscheinlich aus dem Mittelalter.