Gut gelaunt feiern rund 400 Harzer und Gäste bei Benneckenstein die Grenzöffnung vor 25 Jahren. Es wird an die Angst erinnert, gelacht und geschunkelt.

Benneckenstein l Das Festzelt hat die Massen nicht alle aufnehmen können, die schon zur Eröffnungsandacht am Sonntagmorgen an den Ort der früheren deutsch-deutschen Grenze zwischen Hohegeiß (Niedersachsen) und Benneckenstein strömten. Aus zig Harzorten, aber auch aus Magdeburg und sogar Hamburg waren Gäste gekommen, um das Ereignis, viele nannten es ein Wunder, zu feiern.

Der damalige Pfarrer Dieter Adam (Hohegeiß) erinnerte sich, dass er mit Frau Larissa damals die ersten "Westbesucher" in Benneckenstein waren. Der damalige Pfarrer Ulrich Stabe (Benneckenstein) erinnerte mit einem alten Kohlenstück in der Hand an die verräucherte, schweflige Luft im Harz und daran, dass es in den 25 Jahren seit der Grenzöffnung für viele auch schwer war, Vorurteile zu überwinden. Es gelte den Geist von 1989 an die Kinder und Enkel weiterzugeben. Seine Frau Kirsten Stabe verdeutlichte an Hand ihrer Tagebuchaufzeichnungen die Angststimmung von 1988/89, ließ aber auch Witze jener Zeit "gucken". Etwa den, wonach sich Erich Honecker die Arme gebrochen habe - weil er sich auf die Jugend gestützt hatte. Es habe Spaß gemacht, die Volksstimme zu lesen, als sie vom Rücktritt der DDR-Regierung berichtete, so Stabe.

Mit Gebeten und Gesang und Gottes Segen ging die Andacht zu Ende. Anschließend tummelten sich die Gäste - darunter viele Bürgermeister und Politiker von beiden Seiten der Landesgrenze - beim Volksfest. Zu Liedern der Trachtengruppe Benneckenstein wurde kräftig geschunkelt, für den Schlager-Express aus Hohegeiß gabs ebenfalls viel Beifall.

Währenddessen besuchten viele Gäste die Ausstellung "Ein Wahnsinnsjahr - Wir war`n dabei" - und erinnerten sich an ihr ganz persönliches Befinden, als die Grenze aufging.

Bilder