Er ist das älteste Mitglied des Nichtraucher Skatclubs in Wernigerode. Das Spiel mit den 32 Karten ist seit Jahrzehnten seine Leidenschaft. Am morgigen Sonntag feiert Heinrich Preußler seinen 90. Geburtstag.

Wernigerode l Wenn Heinrich Preußler am morgigen Sonntag seinen runden Geburtstag feiert, dann gratuliert ihm unter anderem eine Abordnung des Nichtraucher Skatclubs. Der Wernigeröder ist von Beginn an Mitglied im Verein. Das Spiel mit den 32Karten spielt der Jubilar bereits seit Jahrzehnten - und das mit viel Ausdauer und Leidenschaft.

Geboren wurde Heinrich Preußler, genannt Heinz, 1924 in dem böhmischen Dorf Antoniwald bei Gablonz, heute tschechisch Jablonec nad Nisou. Er wuchs in einer großen Familie mit sieben Geschwistern auf. Im Oktober 1942 wurde Heinrich Preußler mit nicht einmal 18 Jahren zur Wehrmacht eingezogen und geriet in russische Gefangenschaft, aus der er erst 1949 zurückkehrte. "Das war bitter", erinnert er sich.

Geboren in Böhmen, in den Harz gezogen

Da der Weg in die alte Heimat versperrt war, zog er nach Wasserleben, wo bereits seine Eltern und einige seiner Geschwister lebten. Später wohnte er in Ilsenburg. Dort arbeitete er in der Kupferhütte. "Das war eine schöne Zeit", sagt der Jubilar rückblickend.

Seit 1989 lebt Preußler in Wernigerode, wo er gleich nach der Gründung 1999 dem Nichtraucher Skatclub beitrat. "Er spielt bis heute leidenschaftlich, temperamentvoll und unersättlich", sagt Klubkamerad Horst Werner über das mit Abstand älteste Mitglied des Vereins. "Skat mit vielen Fehlern", sagt Preußler bescheiden.

Das Spiel hatte er bereits bei der Wehrmacht gelernt. "Doch Lehrgeld bezahlt habe ich bei den alten Bauern in Wasserleben", sagt der Wernigeröder. Einmal die Woche spielt er mit den Vereinskollegen im Hotel "Harz". "Dort fühlt er sich sehr wohl. Er ist immer als erster da", verrät Horst Werner.

Jeder Skatspieler träumt vom Grand Ouvert

Doch das reicht Heinrich Preußler nicht, zusätzlich spielt er noch drei- bis viermal die Woche mit Bekannten. "Man kann doch nicht allein herumsitzen und grübeln", sagt der Witwer. "Wir spielen sehr gerne mit, sagt Horst Werner, der dem Vereinskollegen auch bei Besorgungen hilft. "Du könntest ein Vorbild für junge Menschen sein", sagt Werner zu Preußler.

Dieser hat bei einer privaten Skatrunde am Donnerstag richtig abgeräumt. "Er war der Beste an dem Tag", sagt Horst Werner anerkennend. Und einmal hat der Jubilar erlebt, wovon viele Spieler nur träumen - einen Grand Ouvert, das höchste Spiel im Skat. "Das ist wirklich selten", so Werner.