Wernigerode l Die zwölf Helferinnen in den Wernigeröder Kindertagesstätten werden im nächsten Jahr weiter beschäftigt. Der Vertrag zwischen der Stadtverwaltung und einer Staßfurter Servicegruppe wird verlängert, bestätigte Wernigerodes Sozialamtsleiterin Petra Fietz gegenüber der Volksstimme. Sie entkräftet damit die Gerüchte, dass die Stadtverwaltung die Helferinnen mit Bundesfreiwilligendienstlern ablösen will. "Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit der Frauen und auch mit der Zusammenarbeit mit dem Unternehmen", so Fietz. Der Vertrag, der jetzt abgeschlossen wird, habe erneut eine zwölfmonatige Laufzeit und werde voraussichtlich Ende 2015 erneut verlängert.

Die Frauen hatten im Auftrag der Firma zuletzt anderthalb bis zwei Stunden pro Tag Küchenarbeiten verrichtet, um die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten zu entlasten. Zu ihren Aufgaben gehören Reinigungsarbeiten sowie die Vor- und Nachbereitung der Mahlzeiten. Zusätzlich unterstützt werden Helferinnen und Erzieherinnen von Bundesfreiwilligendienstlern.

Rückblick: Die zwölf Helferinnen in den 16 Wernigeröder Kindertagesstätten waren bis zum 1. Januar 2014 bei einer Leipziger Leiharbeitsfirma beschäftigt. Dort verdienten sie 6,50 Euro brutto pro Stunde. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten sind in Deutschland an keinen festen Tarif gebunden. Die Wernigeröder Stadtverwaltung, die mit der Ausschreibung der Hauswirtschaftsleistungen 2012 der Lohndrückerei Tür und Tor geöffnet hatte, entschloss sich, die Leistung neu auszuschreiben - diesmal jedoch als Reinigungsleistungen, um den Frauen den Mindestlohn zu garantieren. Dieser liegt aktuell bei 7,56 Euro.

So verdienten sie seit dem 1. Januar einen Euro mehr pro Stunde. Allerdings wurden sie nicht mehr vier Stunden, sondern nur noch zwei Stunden pro Tag beschäftigt - und verdienten somit am Monatsende unter dem Strich deutlich weniger Geld.

Die Reduzierung ihrer Arbeitszeit hat die Stadtverwaltung mit dem Einsatz von Bundesfreiwilligendienstleistenden in den Einrichtungen kompensiert. Elf sogenannte "Bufdis" helfen unter anderem bei der Vorbereitung des Frühstücks mit. Wird einer von ihnen krank, springt eine der Helferinnen ein und darf dann mehr Stunden leisten.