Halberstadt (dl) l Der Termin steht: Bis 31. Dezember 2015 haben Vermieter - ebenso wie Privatleute - noch Zeit, um ihre Wohnungen mit Rauchwarnmeldern auszustatten. Die Frist, die die Landes-Bauordnung setzt, ist eindeutig: Ausnahmslos alle Wohnungen müssen ab 1. Januar 2016 mit solchen Geräten versehen sein. Der Wohnungsbrand, bei dem am vergangenen Donnerstag eine 94 Jahre alte Seniorin in Halberstadt ums Leben gekommen ist, hat die Debatte um Rauchmelder sprichwörtlich angefacht. Die beiden großen Vermieter WGH und HaWoGe rüsten ihren Wohnungsbestand schrittweise mit den Meldern nach.

Die Wohnungsgesellschaft HaWoGe agiert dabei ähnlich wie die WGH, die nach den Worten ihres Sprechers Thomas Schatz schrittweise nachrüstet. Werden HaWoGe-Häuser und -Blöcke grundlegend saniert, sei die Ausstattung mit Warnmeldern selbstverständlich, versichert Regine Feuerbach, die Leiterin des Service-Centers. "Als konkretes Beispiel ist hier die umfassende Sanierung unseres Wohnungsbestandes in der Minna-Bollmann-Straße zu nennen", so Regine Feuerbach.

Die Nachrüstung in den übrigen Wohnungen sei momentan allerdings noch ein wenig ausgebremst, sagt die Center-Chefin. Aus gutem Grund, wie es heißt: "Weil uns als Vermieter letztlich auch der Nachweis von Wartung und Kontrolle zufällt, streben wir die Installation einer modernen und ganz speziellen Gerätegeneration an. Diese Rauchmelder sind nicht nur mit einer langlebigen Batterie versehen, sondern lassen sich auch per Funk testen und überprüfen", erklärt die Service-Expertin.

Ein aus Sicht von Vermietern nicht unerheblicher Aspekt. Ist schon der Einbau von Warngeräten an den Zimmerdecken von Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren recht aufwändig, trifft dies auch auf die Kontrollen in den Folgejahren zu. Experten halten eine jährliche Prüfung der Geräte für notwendig. Folglich müssen dann erneut Termine mit den Mietern vereinbart werden, um die Geräte zu überprüfen und dies zu protokollieren.

Ein Anbieter, der unter anderem Wärmemengen-Messgeräte für Mietwohnungen anbietet, offeriert dafür die passende Technologie: Die Warnmelder prüfen dabei selbstständig, dass sich im direkten Umfeld keine Hindernisse befinden. Ihre Funktionstüchtigkeit kann wiederum per Funk abgerufen werden, ohne die jeweilige Mietwohnung zu betreten. "Eine Technologie, auf die wir setzen wollen", bestätigt Regine Feuerbach. Gegenwärtig liefen Verhandlungen - sobald die Verträge fixiert seien, laufe die Nachrüstung der insgesamt knapp 4200 Wohnungen im großen Stil an.

Wer nicht so lange warten will, kann vorab selbst aktiv werden. Rauchmelder sind mittlerweile vergleichsweise preisgünstig am Markt zu bekommen. Zudem finden sich auf einschlägigen Internetseiten viele Hinweise rund um Kauf und Installation. Die Stiftung Warentest hat im Januar 2013 derartige Geräte umfassend getestet. Dabei schnitten die getesten Modelle recht gut ab.

Die Verantwortlichen der Feuerwehr begrüßen die klare gesetzliche Regelung, die sich in Paragraf 47, Absatz 4, der Landes-Bauordnung findet. "Ein Rauchwarnmelder ist auf jeden Fall ein Zugewinn an Sicherheit", sagt Brandoberinspektor Ingo Wetzel von der hauptberuflichen Wachbereitschaft der Halberstädter Feuerwehr. Und: Wer rund um die Anschaffung derartiger Geräte, deren korrekte Montage und die Wartung Fragen hat, kann sich unter Telefon (0 39 41) 44 30 72 gern direkt an die Experten von der Halberstädter Feuerwehr wenden.