Das zu Ende gehende Jahr drohte zu einer der trockensten Perioden im Oberharz zu werden. So wenig Wasser floss bis Dezember in die Talsperren. Erst der Regen der letzten Tage lässt die Pegel steigen. Ohne Gefahr.

Blankenburg/Stadt Oberharz l Mit einem Zulauf von "nur" rund 63 Millionen Kubikmetern Wasser in die Staubecken des gesamten Bodetalsperrensystems gilt 2003 als bisher trockenstes Jahr in der Region Oberharz. 2014 war kurz davor, das noch zu unterbieten.

Erst die starken Regenfälle und der Schnee in den letzten 14 Tagen halfen mit, den Abstand aufzuholen, wie Joachim Schimrosczyk, Leiter für Betrieb und Überwachung beim Talsperrenbetrieb des Landes, Sitz Blankenburg, auf Nachfrage informierte. Rund 14 Millionen Kubikmeter Wasser flossen in den vergangenen etwa zwei Wochen in die Rappbodetalsperre und kompensieren das Manko nun etwas.

Auf das Jahr gerechnet, liege der Zulauf damit bei rund 70 Millionen Kubikmetern Wasser, die von den Talsperren an Bode, Hassel und Rappbode bei Trautenstein, Hasselfelde, Königshütte und Rübeland aufgenommen wurden. Der Tiefstwert von 2003 ist übertroffen.

Vom Normalwert und zum Glück auch vom Spitzenwert im "Wasserjahr" 2007 ist das jedoch weit entfernt. 2007 floss von Januar bis Dezember mehr als doppelt soviel Wasser wie 2014, insgesamt rund 190 Millionen Kubikmeter in die Talsperren. Auch sie wurden ohne Komplikationen aufgenommen, gestaut, abgeleitet.

Die im Vergleich dazu kleine Wassermenge in diesem Jahr sei kein Problem, so Stauexperte Schimrosczyk weiter. Die hohen Wasserstände am Zusammenfluss von Kalter und Warmer Bode bei Königshütte und vor allem auf den Wiesen Richtung Tanne seien im normalen Bereich. Das Gelände dort sei dafür vorgesehen, nicht zuletzt ermöglichten die neuen Schutzbauten an der Bode in Tanne den gefahrlosen Umgang mit den Wassermassen. Rund 82 Millionen Kubikmeter Wasser werden derzeit von der größten, der Rappbodetalsperre, zurückgehalten. Platz hat sie für 109 Millionen Kubikmeter.

Über die gerade freigegebene Hasselvorsperre laufen inzwischen wieder die Wanderer auf wichtigen Wanderwegen. Restarbeiten sind dort noch zu erledigen, hieß es, weswegen diesen Winter ein Vollstau vermieden werde.

Recht voll ist dagegen die Überleitungssperre bei Königshütte/Mandelholz mit drei Millionen Kubikmetern, so Schimrosczyk. Für rund 1,5 Millionen Kubikmeter sei noch Platz. Dort lasse man Wasser nach und nach ab, um Raum für künftige Niederschläge oder Schneeschmelzen zu schaffen. Derzeit sei eine Frostperiode angekündigt, so der Experte. Und die hält ja das Wasser in Form von Eis und Schnee am oder im Boden.

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