Hasselfelde (bfa) l Während Monat für Monat das relativ neue Brauchtum der Kür eines Gaudi-Paares weiter vorankommt, wird auch eine bereits alte Harzer Sitte in der Köhlerhütte am Stemberghaus wiederbelebt: das Klöppeln.

Vier Frauen aus der Region haben dazu kürzlich um die 30 Zuschauer begrüßt und bei einem unterhaltsamen Folkloreabend gezeigt, wie man mit den hölzernen Spulen (Klöppel) richtig umgeht. Irmgard Dietrich, Elisabeth Liebau, Elfriede Hörning und Brunhilde Uhlemann ließen vor den Augen der Zuschauer filigrane bunte Muster entstehen. Für die musikalisch passende Begleitung sorgte Helmut Reichartz aus Braunlage an der Harzzither.

Die Klöppelei habe früher als "freundliche Schwester des Bergbaus" gegolten, weiß Brauchtumskenner und Harzer Köhlervereinspräsident Peter Feldmer zu berichten. Seinen Ursprung hat das Klöppeln aber ebensowenig im Harz wie die eher bayerische Kleidung mit Dirndl und Landhausmode bei den Gaudi-Treffen. Nur ist das Klöppeln im Harz älter.

Bergarbeiterfrauen sollen vor über 350 Jahren die berühmte Technik der Stickerei und Spitzenherstellung aus dem Erzgebirge in den Harz gebracht haben. "Eine gute Klöpplerin verdiente damals so viel Geld wie ein Steiger im Bergbau, darum galten Bergleute und Klöpplerinnen als ,Geschwister`, die eigenständig etwas zur Ernährung der Familie beitrugen", so Feldmer.

Von den einst vermutlich tausenden von Harzer Klöpplerinnen in den eigenen Wohnstuben gibt es heute nur noch etwa 50 Frauen und Mädchen, die sich der alten Tradition zuhause, vor allem aber in Brauchtumsgruppen widmen.

Beispielsweise in Altenau und Hildesheim, in Wernigerode, Nordhausen, Ballenstedt. Dabei sind Jung und Alt durchaus mit Spaß dabei wie die Teilnahme von Kindern und Senioren belegt. Am Stemberghaus sorgte ein Klöppelabend bereits zum 2. Mal für eine volle Köhlerhütte. Weitere sind geplant. Am morgigen Freitag steht aber erstmal Grillen auf dem Programm in und an der Köhlerhütte am Stemberghaus, und am Sonntag ein Tanznachmittag - in Spitze, Dirndl oder wie jeder mag. Wer Geschmack am Klöppeln fand oder die Kunst näher kennenlernen will, hat dazu bei einem Klöppelkurs für Anfänger im Kurgastzentrum Altenau Gelegenheit, wie angekündigt wurde. Vom 20. bis 23. März gibt es Anleitung bei Expertin Brigitte Roy-Feiler.

Meldung zum Klöppelkurs über Telefon (0 51 21) 4 53 07 oder 01 72-876 91 36.