Schierke l Bis die Schierker und ihre Gäste unter Kolonnaden bummeln können, dürfte es noch dauern. Der Plan einer überdachten Fußgängerzone am Rathaus soll auf Eis gelegt werden. Das zumindest regte André Weber (CDU) am Donnerstagabend im Finanzausschuss an. Von seiner Parteifreundin, Schierkes Ortsbürgermeisterin Christiane Hopstock, kam kein Widerspruch. Im Gegenteil: "Ich sehe dafür aktuell keine Notwendigkeit", sagte sie. Beschlossen wurde im Finanzausschuss zwar noch nichts, erst sollen die Beratungen im Schierker Ortschaftsrat kommende Woche abgewartet werden.

Hopstock rechnete gestern im Gespräch mit der Volksstimme damit, dass ihre Kollegen im Ortschaftsrat die Lage ähnlich sehen wie sie: "Die Fußgängerzone gehört schon dazu. Aber jetzt ist es noch nicht an der Zeit."

Grund für den CDU-Vorstoß ist die sich abzeichnende Finanzknappheit im städtischen Haushalt. Allein für die Umgestaltung der Hauptstraße zur Fußgängerzone müsste die Stadt in den kommenden vier Jahren mehr als 600000 Euro Eigenmittel aufbringen.

Die Fußgängerzone ist Bestandteil eines Konzepts des Berliner Architekten Wolf-Rüdiger Eisentraut. Der Ortskern am Kurpark sollte demnach für den Verkehr gesperrt und durch eine Flaniermeile ersetzt werden.

Das funktioniert aber nur, wenn sich genügend private Geschäfte dort niederlassen. Das ist bislang nicht geschehen, räumt auch Hopstock ein. Außer einem Café und der Tourist-Info gebe es dort nicht viel. Ob Schierke-Besucher überhaupt eine Flaniermeile wollen, könne sie nicht einschätzen. "Der Gast sagt uns, wo es lang geht."

Was die Gäste auf jeden Fall wollen, das habe sich in den vergangenen Wochen gezeigt, sagte die Ortsbürgermeisterin und spielte auf den Besucherandrang nach den jüngsten Schneefällen an. Wesentlich wichtiger sei es deshalb, dass das Winterberg-Konzept und die Schierke-Arena realisiert werden.