Der Heimatforscher Werner Haberland sucht Spuren der Bessarabien-Deutschen in Ilsenburg. Außerdem hat der 78-Jährige seinen siebenten Gedichtband publiziert.

Ilsenburg l Auch wenn der Heimatforscher Werner Haberland inzwischen aus Altersgründen die Zucht von Rassegeflügel aufgegeben hat und auch nicht mehr so wie früher wandern kann: Das Schreiben hat der Ilsenburger nicht eingestellt.

Der 78-Jährige, der rund zwölf Jahre der SPD-Fraktion im Stadtrat angehört hatte, publizierte seinen siebenten Gedichtband mit dem Titel "Meine Sprache". Darin sind 42 Gedichte zusammengefasst, die vorwiegend naturbezogen sind. Seinen ersten Gedichtband hatte er unter dem Titel "Wilde Tannen" im Jahr 2008 veröffentlicht.

Die Lyriksammlungen von Werner Haberland kann man nicht in Buchhandlungen kaufen. Er lässt sie nur in einer Auflage von etwa 50 Exemplaren drucken. "Diese Büchlein sind zum Verschenken gedacht, manchmal gebe ich esies auch zum Selbstkostenpreis weg", erzählt der aktive Mann. Besonders freut es ihn, dass sein Gedicht "Rauch der Nacht" in diesem Jahr in der "Frankfurter Bibliothek" erschienen ist, eine Publikation der in der Main-Metropole ansässigen Brentano-Gesellschaft. "Diese Veröffentlichung dort sehe ich schon als Anerkennung", sagt der Publizist. Er freut sich, dass er immer noch "Eingebungen für neue Gedichte" hat.

Aktuell schreibt er nicht nur Beiträge für regionale Zeitschriften, sondern beschäftigt sich als Heimatforscher mit den Spuren, die Bessarabien-Deutsche in Ilsenburg hinterlassen haben. "Das ist ein sehr schwieriges Unterfangen", so Haberland. Umso mehr würde er sich freuen, wenn ihm Ilsenburger beim Erforschen dieses Teils der Geschichte unterstützen könnten. "Ich finde bisher nur sehr wenige Anknüpfungspunkte", räumt er ein.

Anmerkung: Die Bessarabien-Deutschen sind eine deutsche Volksgruppe, die zwischen 1814 und 1940 in Bessarabien, heute unter Moldavien und Ukraine aufgeteilt, lebte und dann ins damalige Deutsche Reich umsiedelte. Prominentester Vertreter ist der Ex-Bundespräsident Horst Köhler (CDU).