Während die Pflanzenwelt Winterpause macht, haben die Mitarbeiter des Wernigeröder Bürgerparks und der Schauwerkstatt alle Hände voll zu tun. Bis zum Saisonstart müssen die Miniaturhäuser repariert und die Tiergehege aufgearbeitet sein.

Wernigerode l Der stechende Geruch von Farbe und Lack liegt in der Luft. Konzentriert führt Christiane Bein den Pinsel. Sie tupft Farbe auf die kleinen Schieferziegel. Winzige Ziegel. Vor ihr steht eine Mühle - im Kleinformat. Das Modell ist eine von mehr als 60 Sehenswürdigkeiten, die ab 3. April im Miniaturenpark "Kleiner Harz" zu sehen sein werden. Darunter sind das Wernige- röder Schloss, der Halberstädter Dom und der Brocken.

"Wir haben die Wintermonate genutzt, um die Modelle aufzuarbeiten", sagt Marlies Ameling, Chefin des Wernigeröder Bürgerparks. Die Sonne habe den Miniaturhäusern zugesetzt, die Farbe der Dächer sei verblichen und gerissen, ebenso die der Fassaden und Fenster. Die Mitarbeiter von Schauwerkstatt und Bürgerpark haben derzeit alle Hände voll zu tun, damit die Modelle zum Saisonauftakt wieder in ihrer Schönheit zu bewundern sind.

Darüber hinaus wird an neuen Attraktionen gearbeitet. "Wir erweitern unsere Ausstellung um drei Mühlen, die Anderbecker, die Warnstedter und Danstedter Mühle", verrät Marlies Ameling. Eine Herausforderung für die Tüftler in den Werkstätten, denn der Aufbau der einzelnen Objekte sei grundverschieden. "Natürlich sollen sich die Mühlräder drehen." Dafür wurden extra Motoren eingebaut. Die Technik soll aber zuerst getestet werden, bevor sie den Besuchern präsentiert wird. Noch nicht vollendet sind der Rammelsberg, das Josephskreuz und die Quedlinburger Schlosskirche. "Das sind unsere nächsten Projekte."

Während die Farbe auf den Dächern der Minihäuser trocknet, schlummern im Erdreich die Frühblüher. "Die Besucher wollen zur Eröffnung Blumen und Blüten sehen", sagt die Parkchefin. "Deshalb haben wir bereits im vergangenen Herbst 5000 Tulpenzwiebeln gesteckt." Sobald die Frostperiode vorbei ist, werden weitere Frühjahrsblüher gepflanzt. Der Sommer- und Herbstflor seien bestellt.

Und damit nicht genug: Die Themengärten auf der Zaunwiese werden durch neue Trennwände abgeteilt. Die alten stammten noch aus Zeiten der Landesgartenschau 2006. Sie sahen nicht mehr schön aus und mussten ausgetauscht werden. Der Spielplatz neben der Pferdewiese wurde um ein neues Häuschen und zwei Spielpferde ergänzt. Zur Freude der Eltern und anderer erwachsener Besucher wurden zudem die Sitzgelegenheiten erneuert.

Darüber hinaus seien die Tiergehege aufgearbeitet worden. "Wir haben neue Pfosten gesetzt", sagt Marlies Ameling. Die Ziegen erhalten zudem einen Kletterturm. Nachwuchs sei bei den Ziegen, den Pferden und bei den Schweinen zu erwarten. "Bei den Eseln leider nicht. Vielleicht klappt es im nächsten Jahr." Es sei für sie immer ein besonderer Moment, wenn die Tiere aus ihrem Winterquartier zurück in den Bürgerpark kehren. "Dann geht die Saison wirklich los." 110 000 Besucher wurden im vergangenen Jahr gezählt. Eine Zahl, die Marlies Ameling auch in diesem Jahr wieder erreichen will. Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, wie die Parkchefin verrät. "Dabei setzen wir auf Bewährtes wie den `Miniaturenpark bei Nacht` und das Modellbaufest. Wir haben uns einiges Neue ausgedacht." Besonders gespannt sei sie auf die Resonanz des ersten Vereinsfestes im Bürgerpark. "Die meisten Vereine plagen Nachwuchssorgen. An unserem Aktionstag am 14. Juni können sie sich mit ihren Angeboten vorstellen und um neue Mitglieder werben." Ebenfalls neu sei der geplante Firmenlauf im Park, bei dem es laut Marlies Ameling nicht nur um sportliche Höchstleistungen, sondern vor allem um das Miteinander gehen soll.

Und wann öffnet der Bürgerpark wieder seine Pforten? "Wir haben vor, bereits Mitte März zu öffnen", erklärt die Parkchefin Marties Ameling. Der genaue Termin sei von der aktuellen Witterung abhängig, fügt sie hinzu.

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