Schierke (wb) l Die Parkplatz-Situation am Schierker Thälchen erregt weiter die Gemüter. Dass dort innerhalb weniger Wochen 737 Knöllchen an parkende Autos verteilt wurden (Volksstimme berichtete), veranlasst den Wernigeröder Dieter Runge in einem Brief an die Volksstimme zu der Frage, ob das eine Werbung für den zu entwickelnden Wintersport sei. Und weiter: "Aber es muss wohl sein, damit das Parkhaus voll wird! Ob diese Rechnung am Ende positiv ausgeht?"

Klaus Grenz aus Berlin glaubt das nicht. Er schildert in einem Brief sein Erlebnis bei einem Schierke-Besuch, der nicht nur Parkprobleme mit sich brachte. "Die Wanderung eröffneten wir auf dem tiefverschneiten und schlecht geräumten Parkplatz gegenüber der Bahnhofstraße." Dort hätten er und seine Frau, "um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen", ein Tagesticket für acht Euro gelöst. Nach dem Ende der Wanderung ging es zum Auto zurück. "Dass uns das ohne körperliche Schäden gelang, lag sicher nicht an dem vorausschauend (nicht) abgestumpften Fußweg vom Bahnhof Schierke zur Straße oder dem für einen vermutlich stattfindenden Skulpturenwettbewerb vorbereiteten Schrottgeländer dieses Weges. Am Parkplatz kam dann die Überraschung, die Grenz so kommentiert: "Wenn alles schläft, doch einer wacht... nämlich das Ordnungsamt über die nicht oder schlecht erkennbaren Zusatzzeichen und deren Akzeptanz auf einem völlig leeren Parkplatz!" Zu den Tourismus unterstützenden Maßnahmen wie Kauf von Bahntickets und Souvenirs, "dem Konsum absolut preisgünstiger hausgemachter Erbsen aus der Büchse in der Bahnhofswirtschaft und nicht zuletzt dem günstigen Parkticket, kommen jetzt noch zehn Euro für den Erhalt der Infrastruktur dazu."

Der Ordnungsausschuss wird sich auf seiner heutigen Sitzung (17.30 Uhr im neuen Rathaus) diesem Thema widmen, kündigte Ausschussvorsitzender André Weber (CDU) an. Die Sperrung des Thälchens für kleinere Autos sei nie Thema in seinem Ausschuss gewesen, so Weber, der dies nun nachholen will. Laut Ordnungsdezernent Volker Friedrich waren Verkehrsführung und Parkordnung mehrmals Thema im Stadtrat und Ausschüssen. Das Parkverbot war laut Friedrich jedoch eine Verwaltungsentscheidung, der eine einmonatige Beobachtungsphase vorausging.

Ein weiteres Problem am Thälchen ist indes geklärt. Campingplatz-Betreiber Ingo Nitschke hatte sich über Wohnmobile beklagt, die dort über Nacht stehen. Das ist jetzt verboten, sagte Weber. Nun stehen Schilder am Parkplatz mit der Aufschrift: Gespanne, Fuhrwerke und Wohnmobile dürfen am Thälchen nur von 8bis 20 Uhr parken. In der Nacht müssen sie sich einen anderen Stellplatz suchen.