Ihren traditionellen Bildungstag haben die Lehrer und Erzieher aus Wernigerode und dem Harzkreis nicht nur zur Fortbildung genutzt. Sie stimmten sich auch auf den von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für den morgigen Mittwoch angekündigten Warnstreik ein.

Wernigerode/Blankenburg l Dutzende Lehrer, Pädagogische Mitarbeiter sowie Erzieher aus den Kindertagesstätten in Wernigerode und dem gesamten Harzkreis werden sich am morgigen Mittwoch an der zentralen Kundgebung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Magdeburg beteiligen. Darauf wurden die Gewerkschaftsmitglieder der Kreisverbände Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg am Sonnabend in Blankenburg eingestimmt.

Dort hatte GEW-Landesvorsitzender Thomas Lippmann den jährlich stattfindenden Bildungstag genutzt, um seine Kollegen auf den Arbeitskampf vorzubereiten, und nähere Details zum Ablauf der Proteste erläutert.

Wie Lippmann vor den rund 150 Pädagogen und Erziehern erklärte, haben sich bisher fast 2000 Lehrer in der zurückliegenden Woche an dem Ausstand in der Region beteiligt. Am Mittwoch werden Mitarbeiter aus allen Schulformen in einen ganztägigen Streik treten, kündigte er an.

Zu einer Großkundgebung auf dem Alten Markt in Magdeburg werden an diesem Tag zwischen 6000 und 8000 Teilnehmer erwartet. Sie werden mit Bussen dorthin gebracht, können aber auch selbstständig anreisen. Die Protestveranstaltung beginnt um 11 Uhr und soll planmäßig gegen 13Uhr enden.

Tariflohn für Angestellte, Kürzungen verhindern

Sie solle vor allem der Forderung der GEW Nachdruck verleihen, die Zusagen der Arbeitgeber für die angestellten und nicht verbeamteten Päda-gogen zu tariflichen Löhnen einzulösen und die angedrohten Kürzungen bei der Altersversorgung zu verhindern, erklärte Lippmann. Betroffen seien davon Landesbeschäftigte an Schulen, Hochschulen, Ministerien und anderen Landeseinrichtungen. Verhandlungspartner ist die Tarifgemeinschaft Deutscher Länder (TDL), die von Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) vertreten wird.

"Die Arbeitgeber haben uns mit ihrer provokativen Blockadehaltung keine andere Wahl gelassen. Insbesondere durch ihre Ankündigung, Einschnitte in der betrieblichen Altersvorsorge vornehmen zu wollen, haben sie unsere Mitglieder regelrecht wütend gemacht", sagte die Vorsitzende des GEW-Kreisvorstandes Quedlinburg, Gerlinde Lüttich. GEW-Landeschef Thomas Lippmann machte deutlich, dass sich der Warnstreik an alle Schulformen richte und dass dies kein wilder Streik sei.

Die für die Fahrt zur zentralen Kundgebung in Magdeburg eingesetzten Busse starten am Mittwochvormittag wie folgt: 8.30 Uhr ab Busbahnhof Quedlinburg, 8.15 Uhr ab Busbahnhof Blankenburg, 8.15 Uhr ab Busbahnhof Elbingerode, in Wernigerode ab 8.45 an der Haltestelle Theodor-Fontane-Straße (Aldi) und ab 9 Uhr ab Busbahnhof Halberstadt. Teilnehmer, die sich noch nicht angemeldet haben, sollten sich mit ihrem jeweiligen GEW-Kreisverband in Verbindung setzen.

Betreuung wird gesichert, Eltern sind informiert

In den meisten Schulen im Harzkreis sei eine Betreuung der Kinder abgesichert, hieß es. Die Eltern seien über Briefe über die bevorstehende Aktion informiert worden.

Neben den Informationen zum Arbeitskampf wurde in Blankenburg am Sonnabend aber auch fleißig gelernt. In sieben Arbeitsgruppen bildeten sich die Pädagogen und Erzieher weiter, so unter anderem zu Life Kinetik, Atmung und Stimmbildung, Yoga und Rückenschule, zum Thema "Fit durch den Schulalltag" und zu Voraussetzungen für Kinder mit Förderbedarf. Dazu hatten die drei eigenständigen GEW-Kreisverbände, denen insgesamt rund 1000 Mitglieder angehören, wieder kompetente Referenten eingeladen.