Wernigerode l Genau 50 Minuten nachdem die Wahllokale geschlossen hatten, stand fest: Peter Gaffert (parteilos) ist für weitere sieben Jahre Oberbürgermeister von Wernigerode. 11 217 Einwohner warfen am Sonntag ihren Stimmzettel in die Urnen oder hatten vorher per Briefwahl abgestimmt. Das entspricht bei 29 109 Wahlberechtigten einer Wahlbeteiligung von 38,53 Prozent - seit 1994 die niedrigste Beteiligung bei einer Oberbürgermeisterwahl in Wernigerode (1994 - 69, 7 Prozent; Stichwahl 56,3 Prozent; 2001 - 45,4 Prozent; 2008 - 46,1 Prozent).

Die Schierker waren die fleißigsten Wähler. 50,97 Prozent der Wahlberechtigten gingen an die Urne. Die geringste Beteiligung wurde im Wohngebiet Stadtfeld mit 23,26 Prozent registriert.

Die Wahlhelfer in Minsleben waren die ersten, die ihre Stimmen ausgezählt hatten. Um 18.09 Uhr meldeten sie ihr Ergebnis. Schlusslicht war die Burgbreite um 18.50 Uhr. "Die Helfer hatten sich verzählt", informiert Rathaussprecher Andreas Meling auf Volksstimme-Nachfrage. "Die Zählliste war nicht identisch mit der Anzahl der Wahlzettel. Deshalb mussten sie noch einmal zählen."

Mehr Prozente, doch weniger Stimmen für den Sieger

Amtsinhaber Peter Gaffert vereinte insgesamt 7430 Stimmen (67,05 Prozent) aus Wernigerode und den fünf Ortsteilen auf sich. Prozentual gesehen konnte er sein Ergebnis von 2008 (56 Prozent) toppen. Er erhielt aber 137 Stimmen weniger, obwohl CDU und Linke diesmal keinen Kandidaten ins Rennen geschickt hatten. Der 54-Jährige erreichte in allen 23 Wahlbezirken die absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Das beste Ergebnis mit 88,76 Prozent erzielte er im Ortsteil Schierke - was als Indiz dafür zu werten ist, dass die Schierker hinter seinen Ortsentwicklungsplänen stehen. In der Wernigeröder Kernstadt fand er prozentual gesehen die meisten Wähler im Wohngebiet Stadtfeld (73,05 Prozent). Die wenigsten Stimmen erhielt er in der Neustadt (57,46 Prozent), in Reddeber (57,69 Prozent) und im Wahlbezirk Zwölfmorgental (57,84 Prozent).

In Letzterem konnte seine Herausfordererin Sabine Wetzel (Bündnis 90 / Die Grünen) mit 40,36 Prozent ihr bestes Ergebnis verzeichnen. In Schierke erhielt die 51-Jährige dagegen nur 9,30 Prozent der Stimmen. Insgesamt stimmten 3189 Wahlberechtigte (28,78 Prozent) für Sabine Wetzel - eine erhebliche Verbesserung gegenüber dem Ergebnis der Kommunalwahl im vergangenen Jahr, bei der die Grünen 7,1 Prozent erreicht hatten. Wetzel selbst sieht im "Stimmenanteil von fast 30 Prozent ein deutliches Signal dafür, dass viele Menschen in unserer Stadt dem eingeschlagenen Kurs des Amtsinhabers kritisch gegenüberstehen", so die Bündnisgrüne nach der Wahl.

Piratenkandidat von Wahlausgang enttäuscht

Mitbewerber Michael Miede von den Piraten erhielt insgesamt 462 Kreuzchen von den Wählern (4,17 Prozent) - wobei seine Partei das Ergebnis der Stadtratswahlen von 2014 fast verdoppeln konnte. Dennoch sei er vom Ausgang der Abstimmung enttäuscht, so der 29-Jährige am Sonntag. In der Wernigeröder Altstadt erzielte er mit 6,40 Prozent sein bestes Ergebnis. Die wenigsten Wähler stimmten im Wahlbezirk Zwölfmorgental für ihn (1,80 Prozent).