Hasselfelde l Bei Karl-Heinz Ziesenhenne liegen Freitagmittag die Nerven blank. "Wir wissen nicht mehr wohin", sagt er angesichts der Flut von Motorrädern, Mopeds und Autos, die auf das Gelände der Harzköhlerei Stemberghaus strömt. 350Motorrad-, Moped- und Autofahrer, die sich an der Ausfahrt der Zwei-Takt-Freunde Harz beteiligen, haben als eine ihrer Stationen das Oldtimertreffen nahe Hasselfelde ausgesucht. Mit 200 Fahrzeugen haben Ziesenhenne und seine Mitstreiter von der Interessengemeinschaft Oldtimerfreunde Hasselfelde gerechnet und geben sich alle Mühe, des großen Andrangs Herr zu werden.

Bis zum frühen Nachmittag haben die überwiegend jungen Liebhaber von DDR-Fahrzeugen das Gelände am Stemberghaus bevölkert. Dass sie so viele sind, ist auch den Organisatoren der nunmehr dritten Ausfahrt der Zwei-Takt-Freunde nicht klar. "Bei 222 haben wir aufgehört zu zählen", sagen Beni Schmidt und Florian Brettin aus Hedersleben. Nach dem Mittagessen sind sie über Hasselfelde, Stiege, Allrode und Friedrichsbrunn nach Thale weitergefahren. Doch später fahren noch weitere Oldtimerfreunde vor, die vom Treffen aus Thale kommen. Sogar aus Zwickau ist einer von ihnen angereist, so Ziesenhenne.

Mike Armbruster und Steffen Hühne sind hingegen schon früh da. Die beiden Hasselfelder gehören zur Interessengemeinschaft der Oldtimerfreunde und haben ihre Traktoren mitgebracht. Der Deutz 04 von Mike Armbruster ist im Jahr 1964 gebaut worden. Manchmal setzt der 44-Jährige ihn zum Holzholen ein. Ansonsten verbringt er seine Freizeit damit, das Gefährt instandzuhalten. "Wenn man einmal anfängt, kann man nicht wieder aufhören", sagt Armbruster.

Das würde auch Steffen Hühne unterschreiben. Seinen roten Fahr, Baujahr 1955, hat er vor acht Jahren im Internet gefunden. "Damals war er ein Wrack", berichtet der 45-Jährige, der sich mit alter Landtechnik beschäftigt und weitere Maschinen vor der Verschrottung gerettet hat.

45 Minuten hat Ronny Witzel mit seinem Fendt Farmer 1 von Stiege zum Stemberghaus gebraucht. Auf 18 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit bringt es das Gefährt mit dem grünen Originalanstrich von 1962. "Ich liebe Trecker. Früher hatten wir zu Hause welche", sagt der 35-jährige Stieger und lässt den luftgekühlten Motor noch eine Weile laufen - damit er wieder auf Normaltemperatur herunterkommt.