Gelungener Auftakt für ein gewaltiges Vorhaben. Mit einem ersten Benefiztag haben Förderverein und Kirchengemeinde für ihre Vision des Wiederaufbaus der Hüttenröder Kirche geworben und einiges dafür geboten.

Hüttenrode l Erinnern sich die Hüttenröder an ihre Kirche, geraten sie ins Schwärmen und schütteln gleichzeitig den Kopf. Der Blitzschlag, der am 8. August 1973 in den Turm einschlug und jenes verheerende Feuer auslöste, dem nahezu das gesamte Kirchenschiff zum Opfer fiel, war wie ein Stich ins Herz der lebendigen Gemeinde. So empfinden es auch 42 Jahre nach der Katastrophe viele. "Heute hätten wir das Feuer löschen können", ist Wehrleiter Jörg Hohmann überzeugt. Damals kämpften gleich mehrere Wehren vergebens gegen die Flammen. Böse Zungen behaupten sogar, dass staatliche Stellen weitere Hilfe verzögerten. Solle doch der liebe Gott helfen.

Seither steht eine Ruine mitten im Ort. Das Mauerwerk Wind und Wetter ausgesetzt. Einzig der Turm hat ein festes Dach erhalten. Doch der imposante Anblick, wie ihn Andreas Flügel noch als Kind wahrgenommen hat, lebt nur noch in den Erinnerungen und auf einigen Fotos und Zeichnungen, die die rührigen Ortschronisten in ihrer Teilchronik zur Kirche zusammengetragen haben.

"Unser Kirchturm grüßte weithin sichtbar ins Harzer Land", erinnerte Flügel, Vorsitzender des Fördervereins. Es sei traurig, dass diese Landmarke verschwunden sei. Umso mehr freute er sich, dass so viele Hüttenröder und Gäste der Einladung zum Auftakt der Reihe "Für Dach Haube" gefolgt waren. Denn der Erlös dieser und künftiger Veranstaltungen soll helfen, einen finanziellen Eigenanteil aufzubringen, um mit Hilfe weiterer Partner drei Ziele umzusetzen: eine Dachkonstruktion für das Kirchenschiff, eine neue Haube für den Turm und einen Einbau ins Kirchenschiff, der sowohl als Winterkirche, als auch als Sommerbühne nutzbar ist. "Wenn wir viele Unterstützer finden, bin ich fest überzeugt, dass wir in zehn Jahren das Dach gegen Regen, Schnee und Hagel geschützt und das Gelände zu einem Platz der Begegnung entwickelt haben, wo gedacht, gelacht, gebetet, gesungen und debattiert wird", so Flügel.

Gebetet wurde bereits zum Auftakt am Sonnabendmorgen. Vor rund 100 Gästen gestalteten der stellvertretende Propst der Propstei Bad Harzburg, Martin Fiedler, sowie Oberlandeskirchenrätin Brigitte Müller den Gottesdienst.

 

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