Einen Besuch hat die Arbeitsgruppe für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der CDU-Landtagsfraktion dem Darlingeröder Imker Werner Förster abgestattet. Was der Bienenfachmann zu berichten hatte, ließ die Politiker aufhorchen.

Darlingerode l "Nicht einer von unseren Vereinsmitgliedern hat den Winter ohne Verluste bei seinen Bienen überstanden. Bei machen starben sogar die Hälfte der Königinnen", sagt der Darlingeröder Imker Werner Förster und hat bei seinen Ausführungen aufmerksame Zuhöre. Die Arbeitsgruppe für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten der CDU-Landtagsfraktion hatte sich zu einem Arbeitsbesuch angesagt.

Eigentlich sollte laut Presseeinladung die Direktvermarktung des Honigs im Mittelpunkt stehen. Doch wo wenig Honig produziert wird, da lässt sich auch nur wenig vermarkten. Also Themenwechsel: "Die Imkerei ist mit viel Idealismus verbunden. Wer durch die Arbeit der Bienen reich zu werden glaubt, der ist bei uns völlig falsch. Die Erträge decken in den meisten Fällen gerade die Ausgaben", sagt Werner Förster. Auch er hat im Winter einen Teil seiner Königinnen verloren. "Das hat überhaupt nichts mit einem warmen oder kalten Winter zu tun. Dagegen wissen sich die Bienen selbst zu schützen. Es sind immer mehr neue Krankheitserreger, die den Tieren zu schaffen machen und ganze Völker ausrotten", sagt Förster. Im Imkerverein Wernigerode, dem der Darlingeröder seit vielen Jahren angehört, sind zum Beispiel alle im Vorjahr gezogenen Königinnen im Winter verendet. Königinnen aus den Vorjahren hingegen hätten den Winter gut überstanden, berichtete der Imker.

Werner Förster hatte aber auch Positives zu berichten. So nehme die Zahl der Hobbyimker in den letzten Jahren in einem geringen Maße aber stetig zu. Vor allem junge Menschen interessierten sich für die summenden Honigsammler und beschäftigen sich mit diesem Hobby. Viele von ihnen haben auch schon die ersten Völker. Um das Interesse weiter wach zu halten, überraschte der Imker, der nicht nur Ortsbürgermeister in Darlingerode sondern auch Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins ist, die Politiker mit einer Idee: "Auf unserem Vereinsgelände im Darlingeröder Winkel ist noch sehr viel Platz. Deshalb ist vor kurzem im Imkerverein die Idee entstanden, dort Schaubeuten mit Bienenvölkern hinzusetzen. Wer Interesse und sich das nötige Wissen angeeignet hat, kann sich von uns ein Bienenvolk leihen und es bewirtschaften. Hat er kein Glück, dann nehmen wir die Beute zurück. Findet der Bienen-Ausleiher weiter Interesse am Hobby, dann kann er das Volk übernehmen", sagte Förster. Die Station biete zudem Gelegenheit, Kindern aus Schulklassen hautnah mit dem Imkerhobby zu konfrontieren - sozusagen die "Biene Maja" zum Anfassen zu erleben. Die Idee soll mit den benachbarten Imkervereinen diskutiert werden, und der Landtagsabgeordnete Bernhard Daldrup, der als landwirtschaftspolitischer Sprecher seiner Fraktion die Delegation leitete, versprach seine Unterstützung.

Der gelernte Gartenbauingenieur Werner Förster wies die angereisten Landespolitiker auf sehr direkte Art darauf hin, dass die vor Jahren getätigten Ausgleichspflanzungen im Zuge des B6n-Baus in der Darlingeröder Feldflur "ganz schöner Mist" seien. "Da wurden so viele Bäume auf nur wenigen Quadratmetern gepflanzt, dass die Hälfte davon schon eingegangen ist. Das kann doch nicht das Ziel gewesen sein", argumentierte Förster.