Der Leiter des Nationalparks Harz, Andreas Pusch, eröffnete am Dienstag im Ilsetal die "Glanzlichter 2009". Wie auch schon in den Vorjahren, herrschte wegen des großen Interesses auf den Fluren erneut drangvolle Enge. Bis zum 1. Mai werden im Nationalparkhaus 87 ausgewählte Fotos der internationalen Spitzenklasse gezeigt.

Ilsenburg. Nationalpark-Chef Andreas Pusch genoss den gro-ßen Andrang sichtlich. Zur Eröffnung der "Glanzlichter 2009" herrschte erwartungsgemäß wieder eine drangvolle Enge auf Fluren und Treppen sowie natürlich vor den preisgekrönten Fotos. Dass man ein weiteres Mal nicht mit Superlativen sparen würde, war Kennern schon vorher klar. Das reichte von "hochprofessionell" über "atemberaubend" bis hin zu: "einfach nur witzig". Und in der Tat: Wer das Nationalparkhaus bis zum 1. Mai besucht, wird sich der Faszination des richtigen Augenblicks am Auslöser schwerlich entziehen können. Leicht vorstellbar, dass die "Macher" jahrelang auf eines dieser Motive warten mussten und es in dieser verblüffenden Perfektion gegebenenfalls auch niemals wieder zustande bringen.

Dass die "Glanzlichter" jeweils erst mit einem Jahr "Verspätung" in Ilsenburg gezeigt werden können, stellt die Exposition keineswegs in Frage. Sehr viel erstaunlicher scheint, dass sie überhaupt immer wieder zustande kommt. Pusch zur Eröffnung: "Auch wenn die Fotos schon über ein Jahr alt sind, haben sie doch nichts von ihrer Faszination verloren." Über 1000 leidenschaftliche "Kameramänner" hätten sich an diesem, mittlerweile größten Naturfotografie–Wettbewerb in Deutschland beteiligt. Gezeigt werden 87 Arbeiten der verschiedensten Kategorien. Gesamtsieger wurde 2009 mit seiner Luftbildaufnahme "Küstenflug" der Spanier Christobal Serrano. Dessen, in West-Island entstandenes, Meisterwerk hängt an exponierter Stelle am Treppenaufgang und ist damit zugleich das erste, dem der Besucher in der Ausstellung begegnet.

"Jeder dürfte leicht seine eigenen Favoriten finden"

Mit dem erst 13-jährigen Deutschen Rolf Krause hat sich auch der Nachwuchs erfolgreich in Szene gesetzt. Sein Bild trägt den Titel: "Wer nicht hören will". Dabei zwickt eine Seeschwalbe flügelschlagend einen Säbelschnäbler ins Bein. Ein ähnliches Kuriosum fing Folkert Christoffers mit seiner Kamera ein. Ihm gelang es, nicht nur den höchst seltenen Eisvogel abzulichten. Dieser landete auch noch vor ihm mit einem Fisch im Schnabel. Dessen "Landeplatz" ein Schild mit der prompt ignorierten Aufschrift "Fischen verboten".

Der Nationalparkleiter ist sich sicher, dass jeder leicht seine eigenen Favoriten unter den Aufnahmen finden wird. Erst recht, da ja auch 2009 ein weiteres Mal beeindruckende Landschaftsbilder prämiert werden konnten. Die stellvertretende Bürgermeisterin Silke Niemzok: "Natürlich freuen wir uns immer wieder, wenn solche hochkarätigen Veranstaltungen in Ilsenburg stattfinden. An den vielen Besuchern ist die ausgezeichnete Resonanz, auf die solche Ausstellungen immer wieder stoßen, gut ablesbar. Ich hoffe, dass das auch künftig der Fall ist. Natürlich sind wir als Stadt sehr dankbar." Man sehe sich gemeinsam mit dem Nationalpark auf einem guten Weg, so Niemzok vor dem Rundgang. Geöffnet ist täglich zwischen 8.30 und 16.30 Uhr. Es wird kein Eintritt erhoben.

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