Die Naturschutz- und Umweltverbände des Landkreises Harz haben am Sonnabend in Wernigerode ihre Jahreshauptversammlung ausgerichtet. Dabei wurden zwei Resolutionen verabschiedet. Eine davon mündet in der Bitte, das Naturschutzgebiet Teufelsmauer als erstes "Nationales Naturmonument" in Sachsen-Anhalt auszuweisen.

Wernigerode. "Wir haben kräftig diskutiert", schätzte Dr. Uwe Wegener am Mittag ein. Als Leiter der Hauptversammlung zeigte er sich mit der Geschlossenheit der Teilnehmer zufrieden. Ein Eindruck, den Dr. Gunter Karste (Naturschutzbund), Dr. Friedhart Knolle (Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz) und Marco Jede (Bund für Umwelt und Naturschutz) nur zu gern bestätigten.

Zwei Resolutionen konnten am Vormittag im Hörsaal C der Hochschule Harz verabschiedet werden. Deren erste wurde von Undine Kurth für den Landesvorstand des Bundes für Umwelt und Naturschutz verlesen. Sie betrifft den Wegeplan im Nationalpark Harz. Darin wird unter anderem die Reduzierung der Pfade bis 2020 um fast neun Prozent im Vergleich zum Stand 2011 als einen ""ersten Schritt in die richtige Richtung" ausdrücklich begrüßt. Mittelfristiges Ziel muss die "Schaffung eines wander- und naturschutzkonformen Nationalparks" sein. Zudem werden alle Vorhaben für eine "regelmäßig verkehrende Buslinie zum Scharfenstein", die über die bereits vereinbarten Bildungsfahrten hinausgehen, "ausdrücklich abgelehnt".

Das zweite Papier beinhaltet laut Wegener sechs Schwerpunkte. Zunächst wird das Selketal nach wie vor als durch Erdschüttdamm und Aufstau bei Hochwasser bedroht gesehen. Das Bodetal ist nach Ansicht der Verfasser durch immer neue Massenveranstaltungen und Bauvorhaben gefährdet. Für problematisch halten die Verbände die Verkehrs- und Gestaltungsprojekte im Nationalparkort Schierke. Statt einer Waldrodung von vier Hektar für einen Großparkplatz soll ein Parkhaus errichtet werden. Zudem sind die Eingriffe in die Bodeaue zu minimieren und die Nationalparkgrenzen unangetastet zu lassen.

Punkt vier richtet sich gegen die seit Jahren zu verzeichnenden punktuellen Ausgliederungen von Flächen, die im Landschaftsschutzgebiet liegen. Im Nationalpark selbst wird ein umweltfreundlicher Betrieb der Harzer Schmalspurbahnen GmbH gefordert, der Waldbrände in Trockenzeiten "sicher ausschließen kann".

Den letzten Anstrich bezeichnete Uwe Wegener selbst als "Rosine". Das Landesverwaltungsamt soll demnach um Prüfung gebeten werden, ob die Teufelsmauer als ältestes Naturschutzgebiet Deutschlands nicht per Verordnung zum ersten "Nationalen Naturmonument" in Sachsen-Anhalt befördert werden kann.

   

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