Mit einem echten Rundum-Wohlfühlpaket haben 14 Berufsschülerinnen des Fachbereichs Kosmetik die Senioren der Tagespflege bei der GSW überrascht. Die Frauen entspannten bei Massagen und tauschten sich mit den jungen Leuten aus.

Wernigerode. Gemütlich sitzt Irmgard Dumbrowski im Sessel. Die Ilsenburgerin wird in der Tagespflege der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen Wernigerode (GSW) in der Salzbergstraße betreut. Das Zepter haben GSW-Mitarbeiterin Walburg Meyer und ihre Kolleginnen heute aber nicht in der Hand.

14 Schülerinnen der Berufsbildenden Schulen in der Feldstraße wollen die älteren Gäste der Tagespflege heute mit einem Wohlfühltag überraschen. Gemeinsam mit Lehrerin Irinia Schwörer haben die Kosmetikerinnen in zwei Räumen ihre Utensilien aufgebaut. Cremes, Lotions und allerlei Duftwässerchen warten schon auf ihren Einsatz.

"Das könnte ich mir jeden Tag gefallen lassen"

Irmgard Dumbrowski lässt sich von den 19-jährigen Lehrlingen Judy Lasse und Jennifer Bollmann massieren. Während Judy die Schultern der Ilsenburgerin "durchknetet", kümmert sich Jennifer um die Hände. "Ganz toll", schwärmt die Seniorin. Und ergänzt: "Das könnte ich mir jeden Tag gefallen lassen."

Immer zwei Kosmetikerinnen kümmern sich um das Wohl einer "Kundin". Oder eines Kunden, denn Kosmetik ist auch bei den Älteren längst nicht mehr nur "Frauensache". Jung und Alt kommen dabei spielend ins Gespräch, erzählen gegenseitig von Erlebnissen und tauschen Pflegetipps aus.

"Die Mädchen sind alle im ersten Lehrjahr", erklärt Ausbilderin Irinia Schwörer. Ein Projekttag wie dieser soll die Schülerinnen an die praktische Arbeit heranführen. Irinia Schwörer: "Im zweiten Lehrjahr sind die Mädchen dann immer zwei Tage in der Woche praktisch im Einsatz." Die Projekttage und Praktika ergänzen die Theorie. "Und nebenbei lernen unsere Schülerinnen viel über richtigen Kundenkontakt."

Von dem Konzept überzeugt sind nicht nur die älteren "Kunden" in der Tagespflege, die voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Auch GSW-Mitarbeiterin Walburg Meyer freut sich über das Engagement der Schülerinnen. "Eine tolle Idee", findet sie. "Und unseren Gästen merkt man an, dass es ihnen gefällt."

Mittlerweile ist die Warteschlange vor den "Behandlungszimmern" im Gebäude an der Salzbergstraße angewachsen. Das Angebot hat sich im Haus herumgesprochen. Neugierig schauen immer wieder Frauen durch die Tür, informieren sich über das Kosmetik-Team. Nach gut zwei Stunden ist das mobile Studio der Berufsschülerinnen schon wieder geschlossen.

Aber alle Beteiligten versprechen: "Wir waren nicht zum letzten Mal hier."Übrigens