Ein Beispiel, wie Familienbande in modernen Zeiten aufrecht erhalten und über einen Ozean hinweg gepflegt werden, bietet seit zwei Jahrzehnten die Familie der Weissleders. Zum dritten Mal nach der Wende war der große Clan jetzt in Stiege - der Wiege für den US-amerikanischen Ableger.

Stiege. Den Namen Weiss- oder Weißleder gibt es mehrfach in der ganzen Region. Gehäuft aber ist er im Raum Stiege zu finden. Auch in den USA ist der Name - als Whiteleather - gar nicht so selten. Dabei: Viele Namensträger gehören zusammen und treffen sich regelmäßig. So kürzlich wieder in Zorge und Stiege.

Anlass war das 20-jährige Bestehen des modernen Familienverbandes Weissleder. Ihm gehören etwa 40 Familien dieses Namens an. Und so reisten etliche Weissleder-Frauen, -Männer und -Kinder aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und New York in den Harz.

Der Ursprung der Familien ist natürlich viel älter, geht zurück bis ins Mittelalter und zum Unabhängigkeitskrieg der USA (siehe Kasten). Die moderne Kommunikation macht es möglich, die Familienbande enger zu gestalten, was sich Dirk Weissleder aus Laatzen bei Hannover auf die Fahnen geschrieben hat.

Er ist zugleich Präsident des Bundes der Familienverbände in Deutschland und widmet seine Aufmerksamkeit natürlich sehr dem eigenen Namen. So begrüßte Dirk Weissleder kürzlich in Zorge zahleiche Familienangehörige. Es wurde geklönt und Stammbaumforschung betrieben - natürlich auch gefeiert und der Harz als ein wichtiges Ursprungsgebiet der Familie kennengelernt.

"Bei einer Busfahrt durch das Dreiländereck Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen machten wir Halt an verschiedenen Orten, die eng mit dem Bergbau verbunden sind, wie beispielsweise Claus-thal-Zellerfeld und Zorge", so Dirk Weissleder. Auch in Stiege gab es einen Aufenthalt, "wo für einen Großteil der Namensträger die Wiege ihrer Vorfahren stand".

300. Jubiläum in Stiege und ein 60. Geburtstag

Bereits 2002 und 2006 gab es Besuche des Weissleder-Clans im heutigen Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken. Stieges Pfarrerin Dr. Antje Labahn und der Vorsitzende des Vereins zur Rettung der Engelhardt-Orgel, Dr. Michael Labahn, begrüßten diesmal den weitverzweigten Verband herzlich in der Stieger Kirche "Zur Hilfe Gottes".

Das Gotteshaus über dem See wurde besichtigt, und der Familienverband übernahm die Patenschaft für mehrere erneuerte Orgelpfeifen. "Damit unterstreichen wir unsere Verbundenheit mit dem Ort Stiege und seinen Einwohnern", so Dirk Weissleder als Organisator des Familientreffens.

Mit in Stiege dabei war auch in diesem Jahr wieder Ron Whiteleather, Vertreter einer Seitenlinie, die es vor sechs Generationen nach Amerika verschlagen hatte. Ron Whiteleather feiert am 11. September 2011 seinen 60. Geburtstag, eben an dem Tag, an dem in Stiege 300-jähriges Kirchweihjubiläum gefeiert wird. "Ein toller Zufall", meinte der Amerikaner lachend, er werde daran denken.

In den USA gibt es seit 1898 einen Familienverband Whiteleather. "Das gibt uns Mut, auch hier bei uns weiterzumachen", sagte Jürgen F. Weißleder. Er ist Vorsitzender der deutschen Familien, die diesen Namen tragen. Übrigens