Die Bürgerarbeit kommt. Ab April sollen zunächst in der Stadt Oberharz am Brocken 60 bis 70 solcher Arbeitsstellen geschaffen werden. In Blankenburg startet das Projekt ab 1. August. Kommunale Träger, soziale Einrichtungen und vor allem Vereine sind nun aufgerufen, schnellstmöglich ihren Bedarf anzumelden.

Blankenburg. Seit Jahresbeginn engagiert sich die Kommunale Beschäftigungsagentur (KoBa) im Harzkreis bei der Umsetzung der sogenannten Bürgerarbeit. "Wir schauen noch intensiver danach, welche Vermittlungsmöglichkeiten es auf dem ersten Arbeitsmarkt gibt und wie Arbeitslose gezielt marktfähig gefördert werden", erklärt KoBa-Chef Dirk Michelmann. Für jene, die nach einer sogenannten Aktivierungsphase nicht vermittelt werden können, bestehe die Möglichkeit eines Bürgerarbeitsplatzes. Das bedeutet, dass sie auf Antrag eines Vereins, einer Sozialeinrichtung oder einer Kommune eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bekommen können. Diese ist für drei Jahre befristet. Die Wochenarbeitszeit beträgt 30 Stunden und wird mit monatlich 900 Euro brutto vergütet. 180 Euro werden als Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung vom Träger des jeweiligen Arbeitsstelle übernommen. Diese zusammen 1080 Euro monatlich stellt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bereit.

Von den bundesweit geplanten 34000 Bürgerarbeitsplätzen entfallen 150 auf den Harzkreis. Hier wurden die Stadt Oberharz am Brocken und die Stadt Blankenburg für das Programm ausgewählt, das am 1. April zwischen Elbingerode und Hasselfelde sowie am 1. August rund um Blankenburg starten soll.

Bis zum Stichtag am 23. September 2010 wurden aus beiden Städten laut KoBa insgesamt 720 Frauen und Männer für das Bürgerarbeitsprogramm ausgewählt – 438 aus Blankenburg und 282 aus der Stadt Oberharz am Brocken. "Während der Aktivierungsphase konnten bereits 108 in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden, das sind 15 Prozent der Teilnehmer", so KoBa-Pressesprecherin Mandy Bantle.

"Beschäftigung darf nur zusätzliche Aufgaben umfassen"

Um einen Bürgerarbeitsplatz für weitere 150 langzeitarbeitslose Frauen und Männer zu finden, sind nun vor allem kommunale Träger und Vereine gefragt. "Sie sollten schnellstmöglich ihren Bedarf für Stellen bei der KoBa anmelden", so Corina Reinhardt. Erste Anträge liegen ihr bereits vom Diakonie-Krankenhaus in Elbingerode vor, von der Stadtverwaltung Oberharz am Brocken und der AFG Harz, aber auch von der Lebenshilfe gGmbH mit ihren Kindertagesstätten in Wienrode und Timmenrode, vom SV Glückauf Hüttenrode und dem Timmenröder Kegelverein. Gespräche habe es zudem mit dem Rodelclub Blankenburg, dem GVS und der Volkssolidarität gegeben. Laut Corina Reinhardt sei die Bandbreite möglicher Einsatzbereiche sehr hoch. Sie liege zum Beispiel in der Kinder- und Jugendbetreuung, in der Betreuung und Begleitung älterer und behinderter Menschen sowie von Krankenhaus-Patienten, in der Unterstützung des Trainingsbetriebes bei Sportvereinen, aber auch im Umwelt-, Landschafts-, Tier- und Naturschutz. "Wichtig ist, dass die Beschäftigung freiwillige kommunale Aufgaben unterstützen oder im Rahmen zusätzlicher Aufgaben im öffentlichen Interesse liegen muss." Deshalb bietet sie gern eine individuelle Beratung an. "Wir sind bemüht zu helfen, dass die Anträge auf Bürgerarbeit auch genehmigungsfähig sind", so Corina Reinhardt.

Dirk Michelmann weist aber auch auf eine Krux hin: "Die Träger treten als Arbeitsgeber auf – mit allen Rechten und Pflichten." Das bedeute beispielsweise zusätzlichen Verwaltungsaufwand. Trotzdem sollten Vereine und Kommunen den Schritt nicht scheuen. Immerhin würden die Arbeitsplätze für drei Jahre eine kontinuierliche und verlässliche Hilfe im Verein, in Krankenhäusern, Kindergärten oder Jugendclubs gewährleisten und auch eine Alternative zu den nun weniger werdenden Zivildienststellen sein.

Ansprechpartnerin: Corina Reinhardt, Telefon (03943) 583674, Fax (0 39 43) 583740 sowie E-Mail-Anschrift: Corina.Reinhardt@koba-jobcenter-harz.de.

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