Diesen Standort mit inzwischen 70-jähriger Tradition dürfte es so bald nicht mehr geben. Und das, obwohl die dörfliche Lage auf den ersten Blick ideal scheint. Doch an der Drübecker Kindertagesstätte "Kunterbunt" mit ihren drei Häusern ist der Sanierungsbedarf so immens, dass man um einen Neubau an anderer Stelle kaum umhin kommen dürfte.

Drübeck. Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des gestrigen Frühlingstages lassen die Zwerge der Kindertagesstätte "Kunterbunt" scheinbar noch ausgelassener toben, als sonst. An den vielen unbekannten Gesichtern stören sie sich keineswegs. Erst recht nicht an der chaotischen Parksituation für die Fahrzeuge der Eltern beim täglichen Bringen und Abholen.

Unter den Gästen ist CDU-Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer sowie deren Parteifreund aus dem Magdeburger Landtag Bernhard Daldrup. Doch aus der Bestandsaufnahme über die Höhe des Sanierungsbedarfs wird ein Besuch, der an der Notwendigkeit eines kompletten Neubaus an anderer Stelle von Anfang an keinerlei Zweifel aufkommen lässt.

Egal, welche Räume der drei benachbarten Fachwerkhäuser Leiterin Marita Münzberg mit den Politikern aufsucht, der bauliche Handlungsbedarf ist mehr als augenscheinlich. Das reicht von der antiquierten Heizungsanlage an der Decke der Turnhalle, über uralte Stromleitungen bis hin zu viel zu steilen Treppen in der Krippe und den desolaten Fenstern beinahe überall. Auch scheinen sämtliche sanitären Einrichtungen ihre besten Zeiten schon vor Jahrzehnten hinter sich gehabt zu haben. Heutigen Standards entsprechen sie jedenfalls in keiner Weise mehr, wissen auch Ilsenburgs Bürgermeister Denis Loeffke (CDU) sowie Drübecks Ortsbürgermeister Günter Abel (Freie Wähler Drübeck).

"Für die Ewigkeit geht es so keinesfalls weiter"

Loeffke bringt es mit dem Satz auf den Punkt: "Es wird hier für die Ewigkeit so nicht weitergehen können". Inwiefern der Stadtrat diese Auffassung später teilt, ist noch völlig offen. Immerhin ist Geld für den erwogenen Neubau an anderer Stelle in Drübeck nicht in den Haushalt 2011 eingestellt. Dieses Thema steht für die CDU-Fraktion im Allgemeinen und für Loeffke im Besonderen 2012 auf der Tagesordnung: "Aber wir können das Ding auch nicht aus der Portokasse zahlen." Wo genau der Standort für den geplanten Flachbau einer neuen Kindertagesstätte hinkäme, scheint klar. Doch reden wollte (noch) niemand darüber.

Träger der Einrichtung ist seit zwei Jahren der PIN, das Paritätisch Integrative Netzwerk: "Wir sind ganz optimistisch, dass wir auch Drübecks neue Kindertagesstätte gefördert bekommen", meint Geschäftsführerin Manuela Tönnies: "Wir verkaufen die drei Häuser, und dann haben wir das Geld für den von uns zu leistenden Eigenanteil".

Erste bauliche Vorstellungen will sie während der ersten "Projektgruppensitzung" am 23. März abstimmen. Ein vor zwei Jahren fertiggestelltes Projekt in Gommern soll für Drübeck als Vorbild dienen. Die naheliegende Intention vom Verein PIN ist es, künftig auch in Drübeck mindestens fünf integrative Plätze für behinderte Kinder vorzuhalten. Zusätzlich ist, entsprechend anderer Modelle, auch daran gedacht, einen Seniorentreff an die Kindertagesstätte anzugliedern.

Die Symbiose von Alt und Jung in unmittelbarer Nachbarschaft hätte unbestrittene Vorteile für beide Generationen. Und das obwohl gerade das ausgerechnet in Gommern nur bedingt zu funktionieren scheint.

Die Gesamtkosten für den geplanten Neubau dürften die eine Millionen-Euro-Grenze überschreiten. Theoretisch wäre eine Fertigstellung 2013 realistisch, heißt es.

   

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