Die Gründung eines Vereins könnte das Spielplatzproblem in Stapelburg lösen. Darüber soll zumindest in der morgigen Ortschaftsratssitzung gesprochen werden. Während die Ortsbürgermeister von Veckenstedt und Wasserleben bereits seit Monaten zu Spenden für einen Spielplatz aufrufen, sieht sich die Gemeinde Nordharz angesichts der prekären Finanzlage außerstande, Geld dafür auszugeben. Denn Spielplätze gehören zu den sogenannten "freiwilligen Aufgaben".

Stapelburg/Veckenstedt/Wasserleben. Spielplätze sind teuer: sowohl in der Anschaffung, als auch in der späteren Unterhaltung. Und zu teuer für den finanziell ohnehin gebeutelten Haushalt der Gemeinde Nordharz. Deren Einsparmöglichkeiten sind ohnehin begrenzt und betreffen zuerst alle freiwilligen Aufgaben. Dazu zählt auch jeder Kinderspielplatz. Insofern ist aus Vecken-stedt dafür kein Geld zu erwarten.

Aber gerade weil das vorgehaltene Freizeitangebot ein nicht unmaßgebliches Kriterium für einen Wohnort ist, se-hen immer mehr Ortsbürgermeister in Spendenaufrufen den einzig verbliebenen Ausweg aus der Misere. Oder sie ziehen gleich die Gründung eines eingetragenen Vereins, wie in Stapelburg, in Erwägung – ein Verein ausschließlich zur Akquise von Spendengeldern zugunsten des gewünschten Spielplatzes. In Stapelburg könne den Jüngsten schon seit Jahren keine Möglichkeit mehr zum Toben und Turnen an frischer Luft geboten werden, heißt es. Bei der morgigen Ortschaftsratssitzung könnte eine Vor-Entscheidung gefällt werden. So Ortsbürgermeister Hilmar Rasche gestern auf Nachfrage der Harzer Volksstimme.

Auch der Zustand des Spielplatzes in Wasserleben hinter dem "Haus am Park" ist in kritischem Zustand. 20 Jahre alt, gelte er für die TÜV-Prüfer schon seit langem als bedenklich. Stelle er doch die einzige öffentliche Möglichkeit zum Spielen der Jüngsten dar – außerhalb jener auf dem Schul- gelände und der Kindertagesstätte. Deshalb hat sich Ortsbürgermeister Horst Wrackmeyer jetzt zu einem Spendenaufruf entschlossen: "Spielgeräte sind sehr teuer. Wir brauchen dringend etwa 10 000 Euro."

"Spielgeräte sind teuer. Wir brauchen etwa 10 000 Euro"

Sein Appell richtet sich nicht nur an alle Einwohner, sondern insbesondere auch an alle ortsansässigen Firmen in Wasserleben. Inwieweit das auf offene Ohren stößt, bleibt zunächst abzuwarten. "Wir möchten diese Baustelle wieder in einen Spielplatz verwandeln und unseren Kindern einen attraktiven Platz zum Spielen schaffen!", steht auf Plakaten, die in Wasserleben allgegenwärtig sind. Darauf ist unter anderem auch die Kontonummer vermerkt: 339 818 832 – Bankleitzahl 810 520 00, Stichwort "Spende Spielplatz Wasserleben". Damit setzt Wrackmeyer an der Spitze des Ortschaftsrates auf diese letzte Möglichkeit, eine behördliche Schließung durch den jährlichen TÜV noch abzuwenden.

Auf dem Anger in Vecken-stedt, gleich neben der "Bauernstrube", ist das schon längst passiert. Allerdings sind in diesem Fall die Bemühungen um Spenden bereits weiter gediehen. Dort hatte sich nicht nur Nordharz-Bürgermeisterin Hannelore Striewski mit 1800 Euro engagiert (Sie hatte zu ihrem 60. Geburtstag zum Verzicht auf Geschenke aufgerufen, um stattdessen für diesen Spielplatz zu spenden). Auch beim Weihnachtsmarkt 2010 war dafür gesammelt worden. Gestern konnte Schulleiterin Undine Schaper gemeinsam mit Lehrerin Sabine Wagner vom Landschulheim Grovesmühle dem Ortsbürgermeister Uwe Lutz den Erlös in Höhe von 700 Euro übergeben. Insgesamt sind dabei in Vecken-stedt bereits jetzt 4000 Euro zusammengekommen. Das Geld könnte in etwa einem Drittel jener Summe entsprechen, die tatsächlich für neue Spielgeräte benötigt wird. Insofern werden auch in diesem Ortsteil nach wie vor dringend Sponsoren und Gönner gesucht.

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