Der Rodelclub Blankenburg und viele begeisterte Einwohner haben am Sonnabend ihrer frisch gebackenen Doppel-Weltmeisterin einen begeisterten Empfang bereitet. Im Thie-Gymnasium begrüßten etwa 100 kleine und große Fans die wohl derzeit bekannteste Blankenburgerin mit viel Applaus.

Blankenburg. Was ihr eine defekte Zeitmessanlage im italienischen Cesana beim Teamwettbewerb der Rennrodel-WM verweigerte, das holte Tatjana Hüfner im österreichischen Innsbruck kürzlich nach: Sie gewann ihren zweiten Weltmeistertitel der Saison - letzteren aber im Vierer-Wok. Stand bei den Titelkämpfen in Innsbruck der Spaß im Vordergrund, so brach die 27-jährige Ausnahmeathletin in Cesana bei der "richtigen" WM weitere Rekorde. Zum inzwischen vierten Mal wurde sie Rennrodel-Weltmeisterin, dreimal davon siegte sie im Einsitzer-Wettbewerb. Sie fuhr den 100. deutschen Weltcupsieg in Folge ein und sicherte sich nach dieser Saison zum vierten Mal nacheinander den Gesamtweltcup. Und das in einer Saison, die von Tatjana Hüfner selbst als Lehr- und Lernsaison geplant war. Nach ihrem Olympiasieg im Vorjahr hatte sich für sie vieles geändert. Mit André Florschütz kam ein neuer Vereinstrainer, ein neuer Schlitten wurde ebenfalls ausprobiert. Doch schon nach dem ersten Weltcuprennen war Tatjana Hüfner wieder ganz die Alte – erfolgreich, bescheiden und bodenständig.

Auch deshalb wurde sie vom Kreissportbund Harz am Sonnabend zur Harzer Sportbotschafterin berufen. Eine Ehre, so KSB-Präsident Henning Rühe, die bislang fast ausschließlich älteren Herren vorbehalten war.

Auch Landrat Michael Ermrich übermittelte Grüße und Glückwünsche. Er verstand es wieder einmal, mit sehr persönlichen Worten der Weltmeisterin zu gratulieren. Beide verbindet eine heimliche Liebe – jene zum Bergsteigen. Und deshalb gratulierte der Landrat der leidenschaftlichen Alpinistin zum Bezwingen des Mont Blanc. Ermrich dagegen übe sich weiter beim Bezwingen seines "Mont Blank", also des Haushalts des Harzkreises.

Der zweite WM-Titel der Saison für Tatjana Hüfner war der bei Stefan Raabs Wok-WM in Innsbruck. Auch darauf ging Moderatorin Katina Ettlich in ihrem Gespräch mit Tatjana Hüfner ein. Die Olympionikin wertete diesen Titel als lockeren Abschluss der Saison und wird die asiatische Kochschüssel doch eher in der Küche verwenden. Einen erneuten Start im kommenden Jahr schloss sie allerdings nicht kategorisch aus. Und wer die trotz der vielen Erfolge immer noch sehr ehrgeizige Sportlerin kennt, der darf davon ausgehen, dass eine Titelverteidigung für sie durchaus erstrebenswert sein könnte.

Dieser Empfang für Tatjana Hüfner reihte sich würdig in die Empfänge der Vorjahre ein. Zum Gelingen der Veranstaltung trugen Tänzerinnen der RM Balance Dance Company ebenso bei wie Chor, Flötengruppe und Tänzer der Martin-Luther-Grundschule oder die Schulband "Markenzeichen" und das Dixieland-Orchester des gastgebenden Thie-Gymnasiums.

Für Blankenburgs Ehrenbürgerin stehen nun ein paar freie Tage an, bevor im April die Planungen für die neue Saison beginnen. Die Rennrodlerin verriet auch, dass sie sich schon jetzt auf den nächsten Winter freue – ein Wunsch, der bei den Gästen zunächst wenig Zuspruch fand.

 

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