Die Gebühren, die die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder im Nordharz zahlen müssen, werden angeglichen. Momentan differieren sie noch immer sehr stark. Fusionsbedingt sei das allerdings nicht länger hinnehmbar und zudem ungerecht, hieß es auf der Gemeinderatssitzung kürzlich in Veckenstedt.

Veckenstedt. "Die unterschiedlichen Gebühren bei vergleichbaren Leistungen für die Betreuung der Kinder im Nordharz sind den Eltern nicht länger zu vermitteln." So die stellvertretende Bürgermeisterin Christine Bürger auf der jüngsten Gemeinderatssitzung in der "Bauernstube". Deshalb werde sich das ändern, zumal die jetzige Praxis ungerecht sei.

Perspektivisch sind dann in den Einrichtungen zwischen Abbenrode und Danstedt überall einheitliche Sätze zu bezahlen. Darauf verständigte sich der Gemeinderat Nordharz während seiner jüngsten Sitzung. Notwendig ist dazu die Erstellung einer neuen Satzung. Bis jetzt gibt es dafür lediglich einen Entwurf, der den Ortsbürgermeistern vorliegt. Dieser müsse auch noch mit den Leiterinnen der Kindertagesstätten im Nordharz sowie im Elternrat abgestimmt werden. Kämmerin Christine Bürger: "Wir dürfen das Thema keinesfalls auf die lange Bank schieben."

"Das Thema nicht auf die lange Bank schieben"

Auf der Sitzung im Juni dürfte die neue Nutzungssatzung erstmals konkret im Gemeinderat erörtert werden. Es ist also davon auszugehen, dass sich noch 2011 für zahlreiche Eltern höhere Entgelte für die Kindertagesstättenbetreuung ergeben. In anderen Fällen wird sich eventuell gar nichts oder nur sehr wenig ändern, weil bisher schon sehr viel gezahlt wurde.

Christine Bürger verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Beiträge seit Jahren nicht erhöht wurden. Es sei auch problematisch, dass man im Vergleich zu jenen Nachbargemeinden, die nicht in der Konsolidierung sind, im Nordharz immer noch geringere Gebühren verlange. Darauf würden auch die Aufsichtsbehörden verweisen, die ebenfalls Handlungsbedarf anmahnten. Bürger versprach: "Wir wollen es mit der Erhöhung aber nicht übertreiben." Klar sei, dass man auch in Zukunft nirgends im Nordharz kostendeckend Kinder betreuen könne. Momentan würde sich beispielsweise das jährliche Defizit im "Tierhäuschen" in Abbenrode auf 2189,83 Euro pro Kind belaufen. Zum Vergleich: im "Spatzennest" in Stapelburg sind es 1900 Euro und in Langelns "Zwergenland" wird mit jedem Kind Jahr für Jahr ein Defizit von 2149,32 Euro eingefahren.

Aber abgesehen davon: Erst 2018 sei die Gemeinde Nordharz in der Lage, ihr strukturelles Defizit aus eigener Kraft abzubauen, hieß es kürzlich in Veckenstedt.

Ungeachtet der angespannten finanziellen Lage im Nordharz wurde konstatiert, dass das Haushaltsjahr 2010 "positiv verlaufen" sei. So habe man den ursprünglich vorausberechneten Fehlbedarf im Verwaltungshaushalt um rund 802 000 Euro verringern können. Ursache waren sowohl weniger Ausgaben als auch Mehreinnahmen. Allerdings beträgt das Defizit immer noch auf 2,54 Millionen Euro.