Schierke. "Wenn der Bus über den Gully-Deckel rollt, ist an Schlaf nicht mehr zu denken", beschwert sich Ralf Mehner am Lesertelefon der Volksstimme. Der Schierker wohnt in seinem Haus direkt zwischen der Hauptverkehrsader Brockenstraße und dem parallel verlaufenden Hermann- Löns-Weg. Eigentlich weit genug entfernt, um vom Straßenlärm verschont zu bleiben. Doch im Herbst wurde die Brockenstraße saniert – die neue Fahrbahndecke brachte allerdings ein neues Problem mit sich, das nicht nur Ralf Mehner nachts nicht schlafen lässt.

"Wir hatten im Herbst bereits mit dem Bauleiter über den Wackel-Deckel gesprochen, und später nochmals mit mehreren Bauarbeitern. Mehrmals wurde uns versprochen, dass ein Klapperschutz für den Deckel nachgerüstet wird", erinnert sich Ralf Mehners Nachbar Rainer Stadel. Der Schierker betreibt direkt neben dem "Klapper-Deckel" eine Pension. "Meine Gäste beschweren sich über die Ruhestörung, drohen sogar mit vorzeitiger Abreise."

In seiner Not meldete sich Ralf Mehner auch bei Bürgermeisterin Christiane Hopstock. Doch im "Gully-Fall" sei die Bürgermeisterin nicht zuständig, schließlich war die Gemeinde nicht Auftraggeber.

Beim Vororttermin der Volksstimme in Schierke nahte dann aber – nach monatelangem erfolglosen Klagen der Anwohner – per Zufall die Lösung des Problems. Ein Mitarbeiter des Wasser- und Abwasserverbands Bode-Holtemme griff kurzerhand zur Spraydose, markierte den "Klapper-Deckel" und versprach: "Ich melde das umgehend. Der Deckel klappert bald nicht mehr."