Heudebers Wahrzeichen ist ein Windmotor. Aufgestellt wurde er auf einem Feld am sogenannten "Millionenweg" um 1900 von dem Landwirt Gustav Neuhoff. Auch wenn die Windräder schon vor Jahrzehnten verschrottet wurden, bietet der historische Rest nicht nur im Sonnenuntergang ein beeindruckendes Fotomotiv.

Heudeber. Als die heute 86-jährige Heudeberanerin Marlies Wall geboren wurde, verrichtete der Windmotor schon beinahe ein Vierteljahrhundert seinen Dienst auf dem Acker. Ihr Vater Gustav Neuhoff hatte das spätere Wahrzeichen des Dorfes aufstellen lassen. Das dürfte um 1900 gewesen sein. Die Windturbine sollte die stauende Nässe in diesem Bereich nahe des heutigen "Millionenweges" von dem Feld ableiten.

Dass man damit gleichzeitig ein Wahrzeichen für ein ganzes Dorf schaffen würde, war weder die Intention, noch von Neuhoff auch nur ansatzweise vorauszusehen. Und doch ist es so gekommen. Vorbeifahrende, die noch nie in der Gegend zwischen Heudeber und Derenburg unterwegs waren, dürften sich erstaunt die Augen reiben. Immerhin sieht es aus der Ferne ganz so aus, als würde man im Nordharz plötzlich Öl aus der Erde pumpen. Leider eine Illusion, wird man sich auch in jenem Ort sagen, der in diesem Jahr sein 1075-jähriges Bestehen feiert.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, bis weit in die 1950er Jahre hinein, betrieb Landwirt Gustav Neuhoff die Windrad-Turbine mit der Motorkraft seines Lanz Bulldogs. Doch infolge der LPG-Gründung und angesichts der modernen Landschaftspflegeprojekte, verlor das "technische Kleinod" immer mehr an Bedeutung.

Recherchen ergaben, dass Mitte der 1960er Jahre aufgehört wurde, den Acker in dieser antiquierten Form zu entwässern.

Geblieben ist beinahe so etwas wie ein technisches Denkmal – und die Erinnerung der alten Heudeberaner an eine Zeit, in der Windräder noch quietschend ihren Dienst verrichteten. Wie gut, dass es noch steht, wenn auch etwas "flügellahm".