Dienstagabend in Abbenrode. Die freiwillige Feuerwehr des Ortsteils hat gerade ihren Dienstabend, wartet die Technik und wird erst durch das Klingeln des Telefons im gewohnten Dienstablauf gestört. Ein Einwohner meldet gegen 20.30 Uhr Rauch aus einer alten Scheune in der Mittelstraße. Aus der beschaulichen Zusammenkunft wird plötzlich ein Einsatz.

Abbenrode. Im Nordharz-Ortsteil Abbenrode hat die Feuerwehr am Dienstagabend durch schnellen Einsatz einen Großbrand verhindern können. Den Frauen und Männern der Wehr kamen dabei auch einige glückliche Umstände zugute.

Gegen 20.30 Uhr bemerkte ein Abbenröder aufsteigenden Rauch aus einer Scheune in der Mittelstraße. Schnell lief er zum Telefon und alarmierte die Feuerwehr. Allerdings rief er im örtlichen Gerätehaus an, das nur durch Zufall besetzt war - denn dienstags ist Dienstabend. Doch der Zeitvorsprung reichte, um die gesamte Mannschaft schnell zu alarmieren. Einer von ihnen ist Maschinist Michael Lumme. Er hatte gerade an einer nahe gelegenen Wasserstelle die Tankfüllung seines Löschfahrzeugs korrigiert, als auch er den Rauch bemerkte. Seine Meldung und die des Zeugen gingen fast zeitgleich bei der euerwehr ein. Augenblicke später stand er mit seinem Fahrzeug am Brandort.

Was dann folgte, hatte nichts mit Glück, sondern mit Können und guter Ausbildung zu tun. Der Rauch entsprang einem Feuer auf der Tenne einer alten Scheune. Durch den sofortigen Einsatz einer Wärmebildkamera konnten die effektiv arbeitenden Löschtrupps die Brandnester schnell erkennen und gezielt löschen. Undenkbar, welche Ausmaße das Feuer angenommen hätte, wenn sich die Flammen weiter verbreitet hätten. An die leere Scheune grenzte ein ebenfalls leerstehendes Wohnhaus. Noch während des Einsatzes wurde eine erste Auswertung vorgenommen. Gemeindewehrleiter Andreas Lumme schickte die zur Unterstützung mitalarmierten Stapelburger und Lochtumer - insgesamt waren 50 Mann vor Ort - nach Hause. Auch der Wagen des Rettungsdienstes wurde nicht mehr benötigt.

"Wir hatten Glück, dass der Anrufer im Gerätehaus jemanden antraf. Deshalb erinnere ich daran, dass bei jedem Feuer sofort über den Notruf die Leitstelle zu verständigen ist", so Lumme und fügte hinzu: "Nur von dort aus lassen sich die Einsätze koordinieren und die Wehren schnell verständigen."

Anerkennung gab es für den erst zum Januar frisch gekürten Gemeindewehrleiter und die Abbenröder auch von Bürgermeisterin Hannelore Striewski. "Dieser Einsatz hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass jeder Ortsteil eine gut ausgebildete und ausgerüstete Feuerwehr hat, die im Ernstfall schnell vor Ort ist." Allen Kameraden, einschließlich den Helfern aus Stapelburg und Lochtum, sprach Hannelore Striewski ihren Dank aus.