Aufregung bei Wanderern und Tierfreunden : Seit Wochen ziert ein Drahtgeflecht das Geweih eines Damhirsches im Tiergehege unterhalb des Schlosses. Bisher scheiterten alle Versuche, ihn von dem Draht zu befreien.

Blankenburg. " Wir haben alles Mögliche unternommen ", sagt Hans Klingner, der das Wildgehege unterhalb des Blankenburger Schlosses privat betreut. " Für Außenstehende ist es kein schöner Anblick. Auch wir sind traurig, dass wir den Draht bis heute nicht haben abnehmen können ", erklärt er auf Volksstimme-Nachfrage. Alle Behörden seien bereits über den Umstand informiert, der nun schon seit knapp drei Wochen anhält : Ein dreieinhalb Jahre alter weißer Damhirsch hat sich ein Geflecht aus Maschendraht um seine mächtigen Schaufeln gewickelt. Unbekannte hatten das Metallgewirr wohl in das Gehege geworfen.

Besorgte Wanderer rufen seither fast täglich bei Behörden und Institutionen an. Selbst die Feuerwehr rückte bereits aus. Auch Stadtrat Ulrich-Karl Engel ( Bündnis 90 / Die Grünen ) schaltete sich ein. Doch auch er bekam nur drei mögliche Varianten präsentiert : " Wir bekommen das Tier einfach nicht zu fassen ", schildert Hans Klingner. Er warte täglich darauf, dass der Hirsch ( wie bereits ein jüngeres Tier im Gehege ) seine Stangen abwirft. Dann würde sich das Problem auf natürliche und schonende Weise lösen.

Eine zweite Variante, das Tier mittels Betäubungspfeil ruhig zu stellen, um ihn vom Draht zu befreien, sei verworfen worden, so Klingner. Er sehe derzeit keine Chance, sich bis auf die notwendige Schussweite von 15 Metern heranzupirschen. Die letzte Variante wäre, das Tier zu erschießen, bevor es sich ernsthaft verletzt.

Das Veterinäramt der Kreisverwaltung hat indes eine " strenge Beobachtung " angeordnet, um eine " akute Gefährdung des Tieres auszuschließen ".