Kunst am Grünen Band ist in dieser Woche an der Stadtgrenze zwischen Osterwieck und Vienenburg ( Niedersachsen ) eingeweiht worden. Die beiden Skulpturen sind im Auftrag des Regionalverbandes Harz enstanden.

Osterwieck. Man muss sie mit den Augen schon suchen, die beiden Skulpturen, die auf einem Acker etwa eineinhalb Kilometer nördlich des Windrades an der Landesstraße zwischen Vienenburg und Lüttgenrode ( Ortsteil von Osterwieck ) stehen. Als weiße Punkte heben sie sich aber auch aus dieser Entfernung am Horizont ab.

In dem Bereich verlief der Eiserne Vorhang in Ost-West-Richtung. Die Skulpturen stehen etwa 500 Meter auseinander und sind nicht durch einen direkten Weg miteinander verbunden. Doch lohnt sich die Mühe, die Arbeiten aus Beton aus der Nähe anzuschauen.

" Begegnung I " und " Begegnung II " nannten die Künstler Detlef Kiep, Nicole Mentner ( beide aus Hohegeiß ) und Anna Kölle aus Halle ihre Arbeiten. An einem Feldweg zwischen besagtem Windrad am " Weißen Ross " und Wülperode steht ein 1, 82 Meter hoher Betonblock, durch den ein Riss verläuft. Es handelt sich dabei um einen Ausschnitt der Grenzlinie.

Schaut man durch den Spalt, gibt er den Blick auf das Grüne Band frei. Auf dem Betonblock stehen kleine Menschen-Figuren aus Bronze, deren Gestaltung unterschiedlichen Bereichen der Grenzziehung gewidmet ist, wie die Künstler erläuterten.

Die Skulptur am südwestlichen Rand des Suderöder Parkes ist das Gegenstück zum Riss im rechteckigen Betonblock.

Gefördert wurden die Kunstwerke vom Bundesamt für Naturschutz und vom Land Niedersachsen. Letzteres ist der Grund dafür, dass beide Skulpturen genau genommen auf niedersächsischem Territorium stehen. Was dem Verbindenden von Ost und West aber keinen Abbruch tut, wie sich schon zur Einweihung zeigte. Da trafen sich die Bürgermeisterinnen von Osterwieck und Vienenburg, Landräte, Politiker und Künstler dies- und jenseits der Landesgrenze. Auch Niedersachsens CDU-Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann, der die Einweihung mit vornahm, ist ein Politiker mit Erfahrungen in beide Himmelsrichtungen. Von 1990 bis 1994 arbeitete er in der Magdeburger Staatskanzlei. Eine Zeit, die ihn geprägt habe.

Diese Skulpturen sollten nach seinen Wünschen vor allem den Kindern deutlich machen, dass es hier eine Grenze gegeben habe. Selbst die heute 20-Jährigen hätten diese ja schon nicht mehr erlebt. Stratmann baue auf die Nachhaltigkeit von Kunst und Kultur.

Kindern deutlich machen, dass es hier eine Grenze gab

Auch Osterwiecks Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ setzt auf die junge Generation und möchte speziell die Schulen auf dieses Kunstprojekt aufmerksam machen.

Die drei Künstler, die sich aus der Kunsthochschule Burg-Giebichenstein in Halle kennen, waren im Vorfeld Sieger eines Wettbewerbes, den der Regionalverband Harz veranstaltet hatte ( wir berichteten ). Zehn Künstler beteiligten sich damals. Nach zwei Bewertungsrunden legte sich die Jury unter Vorsitz des Halberstädters Gero Hammer auf diese Gemeinschaft dreier bildender Künstler als Sieger fest.

Aus früheren Jahren stehen ganz in der Nähe in der Feldflur bei Abbenrode bereits mehrere riesige Metallplatten, die ebenfalls an die frühere Grenze erinnern.