Seit 1973 unterrichtet Peter Wegener an der Kreismusikschule in Wernigerode. Am Ende dieses Schuljahres wird der Orchesterleiter nun in den Ruhestand gehen. Von seiner großen Leidenschaft – der Musik – will der gebürtige Thalenser dennoch nicht lassen.

Wernigerode. Eigentlich isst Peter Wegener am liebsten Schweinehaxe. Seine Frau allerdings hält nicht viel davon und kocht diese Kalorienbombe nur selten. Deshalb "tröstet" sich der Violinlehrer und Orchesterleiter an der Harzer Kreismusikschule gern mit Schokolade. Das hat sich längst unter den Wernigeröder Musikern herumgesprochen, die ihrem hochgeschätzten Kollegen im letzten gemeinsamen Konzert mit dem Philharmonischen Kammerorchester solche süße Naschereien überreichten.

Die Musikschule ihrerseits überraschte ihren Mitarbeiter seit 1973 mit einem Präsentkorb gefüllt mit Schokolade. Diese und zahlreiche andere Ehrungen während des 14. Gemeinschaftskonzertes beider Ensemble waren ein kleiner Dank für den Vollblutmusiker, der mit dem letzten Schultag vor den Sommerferien in den Ruhestand treten wird. Dann, so ist schon heute geplant, soll es noch eine würdige offizielle Verabschiedung geben.

Neben seiner Tätigkeit als Musikpädagoge war Peter Wegener, der 1945 in Thale geboren wurde und nach seinem Abitur an der Hochschule für Musik in Leipzig Violine, Musikpädagogik und Dirigieren studiert hatte, während seines bisherigen Musikerlebens auch Geiger am Telemannkammerorchester. Schließlich wurde er zum stellvertretenden Konzertmeister und Dirigenten ernannt. 1997 gründete Peter Wegener das Sinfonische Musikschulorchester Sachsen-Anhalt im Auftrag des Landesverbandes aller Musikschulen. Unter seiner Leitung nahm sowohl dieses als auch das Jugendkammerorchester der Kreismusikschule am "Europäischen Jugendmusikfestival" in Budapest, Barcelona und Kopenhagen/Malmö erfolgreich teil.

1998 erhielt das Jugendkammerorchester, ebenso wie das Blechbläserensemble, den Kunst- und Kulturpreis der Stadt Wernigerode. Jährliche Orchesterfreizeiten und Reisen, die Wegener jahrelang organisierte, wurden von den talentierten Nachwuchsmusikern dankbar angenommen. Diese Treffen und Auftritte werden in guter Erinnerung bleiben, auch wenn sie nun nicht mehr mit ihm stattfinden können.

Zeit für Hobbys und Pflege des Grundstücks

So ganz von der Musik lassen will und kann Peter Wegener auch künftig nicht. "Die Musik lässt mich nie los", weiß er und wird deshalb das aus 60 jungen Leuten aller Musikschulen unseres Bundeslandes bestehende Sinfonische Musikschulorchester weiter dirigieren und auch künftig dessen beiden Probenwochen während der gesamten Herbst- und Winterferien leiten. Um Konzerte mit dem großen Musikschulorchester erleben zu können, muss man nach Halle oder Magdeburg fahren. Kleinere Orte böten nicht den dafür notwendigen großen Saal, erläutert der Orchesterleiter. Seit 1997 ist er an der Vorbereitung und Leitung der jährlich einmal stattfindenden Gemeinschaftskonzerte von Musikschule und Kammerorchester, die zunächst im April stattfanden und seit Jahren Anfang März organisiert werden, beteiligt. Künftig wird Peter Wegener, dem Musik nie zur Routine wurde, mehr Zeit für seine Hobbys haben. Die Pflege seines großen Grundstücks erfordert viel Zeit. Schließlich plant er jährlich zwei Reisen, einmal in die Berge, wohin es ihn zieht, und einmal an die See, vor allem seiner Frau zuliebe.